Mitarbeit: Uli Hauser. Wir alle wollen in Würde sterben, aber sollten wir nicht erst einmal in Würde leben? Würde ist ein großer Begriff. Gleich in Artikel 1 des Grundgesetzes heißt es: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Doch was genau ist Würde? Was bedeutet es, wenn uns unsere Würde genommen wird, weil wir etwa in der digitalen Welt nur noch als Datensatz zählen oder im Netz geschmäht werden? Wenn wir uns selbst würdelos verhalten oder andere entwürdigen? Der Hirnforscher Gerald Hüther zeigt, dass Würde nicht allein ein ethisch-philosophisch begründetes Menschenrecht ist, sondern ein neurobiologisch fundierter innerer Kompass, der uns in die Lage versetzt, uns in der Vielfalt der äußeren Anforderungen und Zwänge in der hochkomplexen Welt nicht zu verlieren. Umso wichtiger ist es, dass wir lernen, die Wahrnehmung der eigenen Würde zu stärken. Denn: Wer sich seiner Würde bewusst ist, ist nicht verführbar.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.04.2018
Rezensent Thomas Ribi fragt sich, was Würde ist. Der Hirnforscher Gerald Hüther versteht sie als Potential und neurobiologischen Kompass, erklärt Ribi. Die Befähigung des Einzelnen, sich mit dessen Hilfe zum Subjekt des eigenen Lebens zu machen und sich vor der Verletzung der Würde anderer zu bewahren, die der Autor hier sehen möchte, scheint der Rezensent nicht so ohne weiteres erkennen zu können. Dass Freiheit nur dort ist, wo Würde erkannt wird, möchte er, genau wie der Autor, allerdings gerne glauben.
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