Für Pablo Picasso blieb sie ein Rätsel, und sie war die einzige Frau, die ihn verließ. Françoise Gilot ist Malerin, Wahrheitssuchende, eine Künstlerin des Lebens. Für manche ist sie eine lebende Legende, eine Frau, die zu den klügsten unserer Zeit gehört. Mit "Leben mit Picasso" schrieb Gilot in den 1960er-Jahren einen internationalen Bestseller - obwohl Pablo Picasso alles unternahm, um die Veröffentlichung des Werks zu verhindern. Für dieses Ankerherz-Buch öffnete Françoise Gilot, Mutter von Paloma Picasso, dem Biografen Malte Herwig die Türen ihrer Ateliers in New York City und Paris. Gemeinsam nähern sie sich zentralen Fragen des Lebens: Worauf kommt es wirklich an? Was bedeutet Glück und was spendet Zufriedenheit? Es ist ein Buch über die Kunst. Und über die Kunst eines erfüllten Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.09.2015
Wenig Gefallen findet Michael Kohler an Malte Herwigs Biografie über die Malerin und zeitweilige Picasso-Lebensgefährtin Françoise Gilot. Mehr Abstand des Autors zu seinem Gegenstand hätte sich der Rezensent gewünscht, ohne diese gerate das Buch in seiner Verherrlichung der 1921 geborenen Gilot mitunter zu "moderner Erbauungsprosa", wie Kohler befindet. Statt selbst als Künstlerin in den Vordergrund zu treten, erscheine Gilot in Herwigs Biografie mehr als Epigonin ihres ehemaligen Partners Picasso, was ihr in den Augen des Kritikers nicht gerecht wird. Insgesamt hätte Françoise Gilot etwas Besseres verdient gehabt als "diese allzu gefühlsduselige Huldigung", lautet Kohlers wahrlich vernichtendes Urteil.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2015
Rezensentin Rose-Maria Gropp lernt Françoise Gilot in diesem "weichen" Konversationsstück des Journalisten Malte Herwig als selbstbestimmte Frau kennen. Was der Autor aus jahrelangen Besuchen und Gesprächen mit Picassos Ex an Kraft und Weisheit herausdestilliert, versetzt Gropp in ehrfürchtiges Erstaunen. Nicht so sehr Herwigs devote, zugleich egozentrische Gesprächshaltung fasziniert die Rezensentin als vielmehr die starken Sentenzen einer starken Frau. Zum Beispiel: "Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden."
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