Mairtin O'Cadhain

Grabgeflüster

Roman
Cover: Grabgeflüster
Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2017
ISBN 9783520601018
Gebunden, 461 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Irischen von Gabriele Haefs. In Máirtín Ó Cadhains Cré na Cille sind sämtliche Protagonisten tot und begraben, doch unter der Erde treffen sie sich wieder - und jammern, lästern, schimpfen, fluchen und intrigieren, was das Zeug hält. Die Hölle? Vielleicht. Ó Cadhains Roman von 1949 ist das wichtigste Buch des gälischsprachigen Irland, ein Mythos im übrigen Land - bis sich Alan Titley an die erste englische Übersetzung wagte, erschienen 2015 als "The Dirty Dust".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.07.2017

Sylvia Staude unterhält sich gut mit Mairtin O'Cadhains im irischen Original bereits 1949 erschienenem Roman. Gabriele Haefs Übersetzung scheint ihr fein genug, um den verrückten Text zu erfassen und die direkte Rede eines ganzen Dorfes Untoter, die aus ihren Gräbern tratschen und schimpfen, dass es für Staude eine Freude ist. Der Witz ist laut Rezensentin, dass die Toten ebenso zetern wie die Lebenden, über irische Geschichte, Mythologie und den schiefen Schornstein. Gut, dass es eine Übersicht zu den Sprechern gibt und Anmerkungen, meint Staude, so wird diese wortgewaltige schwarze Gesellschaftssatire "von unten" für die Rezensentin zum amüsanten Leichenpalaver.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2017

Rezensent Jan Wilm zeigt mit Mairtin O Cadhains erstmals 1949 erschienenem Roman einen, wie er findet, fulminant eigensinnigen Text in "sehr glücklicher" Übersetzung durch Gabriele Haefs an. Zu entdecken sind laut Wilm ein Autor, in seiner Wendung nach Innen noch radikaler als Beckett und Joyce, und ein Buch, in dessen Zentrum nicht der Plot steht, sondern die Sprache und der Witz, den der Autor ihr zu entlocken weiß. Der Reigen der Toten, die sich im Buch aus ihren Gräbern erheben und die Cadhain fluchen lässt, was das Zeug hält, braucht gar keine visuellen Konturen, meint Wilm. Die irische Schnoddrigkeit klingt aus ihren verwesenden Mündern kakophonisch schön und dank der Übersetzung auch schön plastisch, findet der Rezensent.
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