Nicht nur Martin Luther hatte mit Katharina von Bora eine starke Frau an seiner Seite. Das gilt auch für einen anderen Vater der Reformation, Ulrich Zwingli. Anna Reinhart war die Tochter eines Gastwirts, heiratete früh und verlor sehr jung ihren ersten Mann. Doch bald darauf trat Ulrich Zwingli in ihr Leben - und veränderte es vollkommen. Beide hatten mehrere Kinder zusammen, Anna unterstützte den Reformator, dessen Wirken die Schweiz so nachhaltig revolutionierte. Am Ende verlor sie ihn auf dem Schlachtfeld von Kappeln, am gleichen Tag, an dem sie auch ihren Sohn, ihren Bruder und einen Schwiegersohn betrauern musste.
Christoph Sigrist beschreibt in dieser ersten Romanbiografie das Leben und Wirken eines außergewöhnlichen Paares. Es veränderte nicht nur die Schweiz, sondern auch die Welt. Mit dem Libretto des Mysterienspiels "Die Akte Zwingli" von Christoph Sigrist (Text) und Hans Jürgen Hufeisen (Musik). Und einem Vorwort von Klara Obermüller.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.09.2017
Die Frau ist eine theologische Leerstelle, stellt Thomas Ribi fest. Umso mehr freut ihn Christoph Sigrists Versuch, Ulrich Zwinglis Frau Anna Reinhart eine Romanbiografie zu widmen. Gelungen am Unterfangen des Großmünsterpfarrers Sigrist findet der Rezensent die Annäherung über die Vorstellungskraft (nicht zulletzt mangels Quellen), wenn der Autor Reinhart in der stummen Zwiesprache mit ihrem Mann in Briefen präsentiert. Die gemeinsame Geschichte der beiden sowie die Zeitläufe, die in den mit Schwert und Bibel ausgefochtenen Krieg für den Frieden münden, vermag der Autor dem Rezensenten nahezubringen.
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