Aus dem Französischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald. Weil Luz am 7. Januar noch mit seiner Frau seinen Geburtstag feierte, kam er erst in die Redaktion von Charlie Hebdo, als die Attentäter schon auf der Flucht waren. Zeichnen konnte er erst einmal nicht mehr. Mit 'Katharsis' kam aber Luz zum Zeichnen zurück. In Bildern und Texten erzählt er von der Angst und dem Schrecken, von der Zeit danach, als er Charlie Hebdo als Redakteur verließ und herausfinden musste, wie es weitergehen soll: 'Ich hatte jetzt das Bedürfnis, zu zeigen, wie es in meiner inneren Welt aussieht.' Dieses Buch ist überwältigend, von einer erschütternden Offenheit und bei allem von einem befreienden Humor.
Elise Graton scheint den Comic von Renald Luzier aka Luz durchaus mit Freude zu lesen. Dass der Autor damit sein Trauma bewältigt, dem Massaker in der Charlie-Hebdo-Redaktion nur durch einen Zufall entkommen zu sein, meint sie, ist das eine. Das andere sind für sie der Witz der 30 Sketche und der Kunstgriff des Autors, sein Erzähler-Ich aufzuspalten, um das eigentlich unmögliche Gespräch über die Vorfälle zu beginnen, das Unsagbare auszusprechen. So erlebt sie den Zeichner als Zeuge bei der Polizei oder am Grab des Freundes Charb, dem Luz laut Graton auch durch die Verwendung der Zeichenfeder anstelle des gewohnten Pinsels seine Reverenz erweist. Dass weitere Opfer des Anschlags oder der Streit um die finanzielle Aufmerksamkeit für das Satiremagazin infolge des Attentats im Band nicht vorkommen, ist Graton auch aufgefallen.
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