Luis Alegre

Lob der Homosexualität

Cover: Lob der Homosexualität
C.H. Beck Verlag, München 2019
ISBN 9783406736681
Kartoniert, 220 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Thomas Schultz. Tintenfische oder Heuschrecken beschränken sich darauf, ein Exemplar ihrer Art zu sein. Wir Menschen dagegen verstehen uns als Individuen, nicht als bloße Gattungsexemplare. Stolz sprechen wir von der freien Entfaltung der Persönlichkeit. Tatsächlich aber leben wir weitgehend fremdbestimmt nach Konventionen, die wir nicht selbst beschlossen haben, allen voran die zur natürlichen Ordnung der Welt erklärte Heterosexualität.
Doch die Tage der Heterosexualität sind gezählt, behauptet der spanische Philosoph Luis Alegre. Und ist erst diese die Menschen in Stereotype von männlich und weiblich pressende Kraft verschwunden, kann auch das Konzept der Homosexualität verschwinden. Dann werden alle Menschen frei sein, sich losgelöst von vorgeprägten Geschlechteridentitäten zu begegnen und auszuprobieren. Bis dahin aber verkörpern lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen die Identität des Widerstands. Sie sind die revolutionäre Avantgarde, die das repressive Konstrukt angeblicher Natürlichkeit entlarvt und der Mehrheitsgesellschaft die Freiheit vorlebt, die sie sich versagt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.03.2019

Na gut, ein wenig zugespitzt ist dieses Lob auf die Homosexualität schon, auch vereinfachend und völlig desinteressiert am Leben von Frauen und Heteros, gibt Rezensent Martin Reichert zu. Aber ansonsten gefällt ihm gut, wie Luis Alegre, einer der Gründer der linkspopulistischen spanischen Partei Podemos, dem Leben jenseits der heteronormativen Matrix huldigt: Dann wird die Devianz zu einem "Vehikel der Freiheit", der Darkroom zu einem Ort der Egalität und der von der Fortpflanzung befreite Sex zu einer Kathedrale, in der dank leistungssteigernder Mittel die Zeit außer Kraft gesetzt sei. Und wenn Alegre schreibe, "Heteros sind Heteros wie Pinguine Pinguine", sei das nicht anmaßend, versichert Reichert, auch wenn es so wirken könne.

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