Khashayar J. Khabushani

Kein Licht wie die Sonne

Roman
Cover: Kein Licht wie die Sonne
dtv, München 2025
ISBN 9783423284219
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Frank Sievers. Als Jüngster von drei Brüdern wächst K. im San Fernando Valley auf und will nur eines: ein typisch amerikanischer Junge sein. Doch schon sein Name, der Name eines persischen Königs, zeugt von einer anderen Herkunft, der Immigration seiner Eltern. Als er Gefühle für seinen besten Freund Johnny entwickelt, fragt K. sich immer dringlicher, wer er eigentlich ist. Zu Hause ist das Geld knapp, der Vater spielsüchtig und jähzornig. Eines Nachts entführt er K. und seine Brüder in den Iran. Monate später kehren die Brüder allein und tief verstört zu ihrer Mutter in die USA zurück. Von nun an müssen sie darum kämpfen, ihren jeweils eigenen Weg in der Welt zu finden - und einander dabei nicht zu verlieren.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.03.2025

Einen tollen Coming-of-Age-Roman legt Khashayar J. Khabushani hier laut Rezensent Nico Bleutge vor. Hauptfigur ist K, ein amerikanischer Junge mit iranischem Vater und zwei Brüdern namens Shawn und Justin, die Handlung setzt, erfahren wir, in den 1990ern ein. Es geht um Ks Vater, der den Jungen, als der zeitweise wieder im Iran ist, missbraucht, in den USA will sich K dann von seiner Herkunft distanzieren. Irgendwann gelingt es ihm, differenzierter auf seine Identität zu blicken. Auch die Ausgrenzung von Menschen aus muslimisch geprägten Ländern nach 9/11 wird thematisiert, so Bleutge, dem vor allem Khabushanis Verzicht auf Zynismus gefällt. Geschickt arbeitet das von Frank Sievers gut übersetzte Buch zudem mit Zeitsprüngen, lobt der Kritiker, der sich gebannt auf die Welt von Khabushanis Figuren einlässt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.01.2025

Von einer "zutiefst versehrten Kindheit und Jugend" erzählt Khashayar J. Khabushani in seinem Debütroman - und Rezensent Marko Martin ist vom Ergebnis vollständig überzeugt. Nichts Erwartbares findet der Kritiker hier vor, dafür eine sehr berührende und auch schockierende Erzählung. Es geht um Kyros, der sich selbst K. nennt, aufgewachsen in Los Angeles in prekären Verhältnissen, unter der Tyrannei seines spielsüchtigen iranischen Vaters. Eine "unprätentiöse Würde" prägt diesen Text, lobt Martin, der nicht altbekannte Pfade austritt, sondern durch seine Fülle an Details und seine "poetischen Momente" besticht. Wenn K. und seine Brüder im Verlauf des Buches vom Vater in den Iran entführt werden, stellt Khabushani nicht die Kritik an den politischen Verhältnissen in den Vordergrund, sondern die Tatsache, dass die Jungen im Haus der Großmutter entgegen allen Erwartungen eine Art Zufluchtsort finden. Schockierend sind dann die Schilderungen des Missbrauchs K.s durch seinen Vater, aber auch hier, wie später, wenn K. endlich über das schreckliche Erlebnis sprechen kann, geht der Autor mit "ruhiger Präzision" vor, was die Szenen um so wirkungsvoller macht. Keine unnötigen Metaphern, keine "forcierten Aussparungen", nur präzise Erzählkunst, schwärmt der Kritiker, der diesen Text zutiefst "menschlich" findet, wie er schließt.

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