Klappentext
Mo stammt aus einer Familie mit muslimischen Wurzeln. Als er eine Friseurlehre in einem Wiener Nobelsalon beginnt, taucht er ein in eine glamouröse Welt. Eines Abends wird er hinter den Kulissen des Wiener Opernballs eingesetzt und verliebt sich - ausgerechnet in Moritz, einen Jungen aus einer jüdischen Familie. Mo schwebt auf Wolke sieben - und bekommt gleichzeitig kalte Füße: Was, wenn seine Familie davon erfährt? Wird er jemals zu Moritz und seiner Liebe stehen können?
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026
Rezensentin Anna Vollmer vergleicht Julya Rabinowichs Geschichte einer komplizierten homosexuellen interreligiösen Liebe im Wien unserer Zeit mit "Romeo und Julia". Dass die Autorin nichts auslässt, wenn sie über die Annäherung zwischen einem muslimischen und einem jüdischen Jungen erzählt, erscheint Vollmer zunächst etwas anstrengend, hat aber schlicht mit der Komplexität unserer Gesellschaft zu tun, wie sie findet. Am rührendsten findet Vollmer das Buch, wenn es Alltagsszenen beschreibt und Zwischenmenschliches erkundet, etwa in dem Friseursalon, in dem eine der Hauptfiguren arbeitet. Die etwas simple, aber wahre Lehre des Buches für Vollmer: Jeder ist anders und hat andere Bedürfnisse.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.02.2026
Mit viel Kühnheit erzählt Julya Rabinowich von einem jungen Muslim und einem Juden, die sich ineinander verlieben, wie Rezensentin Christine Knödler befindet. Bewusst wird hier mit Kitsch und Klischee gespielt, erklärt die Kritikerin. Der Roman zeigt, wie "vorschnelle Kategorisierung" Leben verformt: in Schule und Amt, im Friseursalon der Reichen, in Familien voller Verletzungen, traumatisiert von den "Meilensteinen des Schreckens" ihrer jeweiligen Biografie. Die Annäherung zwischen Mojad und Moritz erzählt die Autorin langsam und vorsichtig mit viel Gespür für das "Unbekannte", dem sich beide Helden stellen müssen. Die verschiedenen Dimensionen von Sprache weiß die Autorin raffiniert einzusetzen: Sprache als "soziale Waffe", als Mittel zur Annäherung und Verständigung, aber auch als Finte, ihre Leser manchmal willentlich in die Irre zu führen. Nicht alle Figuren gewinnen gleiche Tiefe, doch aus Romeo-und-Julia-Stoff wird eine "vorsichtig versöhnliche Utopie". Am Ende steht eine ungewohnte "Zuversicht", fragil, aber möglich, schließt Knödler.
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