Justin Torres

Blackouts

Roman
Cover: Blackouts
Park X Ullstein, Berlin 2025
ISBN 9783988160232
Gebunden, 384 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ausgezeichnet mit dem National Book Award for Fiction 2023. Aus dem Amerikanischen von Stephan Kleiner. Draußen in der Wüste, an einem Ort namens "Palace", kümmert sich ein junger Mann um eine sterbende Seele, um jemanden, den er einmal flüchtig kennengelernt hat, der aber immer wieder an den Rändern seines Lebens herumgeistert: Juan Gay. Juan möchte unbedingt, dass Nene sich um die Wiederentdeckung eines verloren geglaubten Buchs kümmert: "Sex Variants: A Study of Homosexual Patterns". Darin: Berichte, die im frühen zwanzigsten Jahrhundert von einer queeren Forscherin, Jan Gay, gesammelt wurden, deren bahnbrechende Arbeit dann von einem Ausschuss übernommen und deren Name begraben wurde. Während Juan auf sein Ende wartet, erzählen er und Nene sich gegenseitig von Momenten der Freude und des Vergessens; sie lassen Lieben, Leben, Mütter, Väter, kleine Helden wieder auferstehen. "Blackouts" ist eine Erkundung von Erinnern und Vergessen, davon, wie Geschichten unsere Geschichte bewahren. Justin Torres verwebt Fakten mit Fiktion, stützt sich auf mündliche Überlieferungen und historische Aufzeichnungen und gräbt dabei ein Stück verloren gegangener queerer Historie aus.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.05.2025

Rezensentin Sonja Hartl freut sich, dass nun der zweite Roman von Justin Torres vorliegt: Zwei Männer, der namenlose Erzähler und Juan, beide schwul, treffen sich in der Psychiatrie, in der sie sich kennengelernt haben, beschreibt sie die Ausgangshandlung: Juan will, dass der Erzähler seine Arbeit zu der queeren Forscherin Jan Gay fortführt, erfahren wir, die real existiert hat und mit ihrer Forschung eigentlich zur Entstigmatisierung von Homosexualität beitragen wollte, was aber in der medizinischen Community der 1930er Jahre nicht gelang. Anspielungsreich, klug und mit dem Blick auf das, was bislang nicht erzählt wurde, schafft Torres ein für Hartl hochinteressantes Buch, das in der Form des "kritischen Fabulierens" die Lücken dessen füllt, was wir nicht wissen, und lange ausgeschlossenen Stimmen wieder Gehör verschafft.
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