Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.06.2000
Viel Papier für wenig Geld - auf diese durchaus positiv gemeinte Formel komprimiert Christian Thomas seinen Eindruck nach Sichtung des 800 Seiten starken mehrsprachigen Gesamtkatalogs der Kupferstiche des Papierarchitekten Giovanni Battista Piranesi. Erstaunlicherweise sei gerade das kleine Format dazu angetan, den Piranesi-Kosmos "auf eine dem jeweiligen Kupferstich frommende Weise" wiederzugeben. Thomas lobt die besondere Qualität der Reproduktionen, die diese eher billige Publikation den kostbaren und exquisiten Werkausgaben beinahe überlegen macht. Nun erschließt sich zwar dem Laien durch die Besprechung von Thomas das Werk dieses Barockkünstlers in keiner Weise, aber es macht neugierig auf diesen römischen Kupferstecher und "Archäologen der Vergangenheit", dem der Herausgeber Ficacci, Kurator am Istituto Nazionale di Grafica in Rom, einen biographischen Essay gewidmet hat. Eine gute Einführung in das Werk, behauptet Thomas, die jedoch keine neuen Erkenntnisse über den Gegenspieler Winckelmann liefere.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…