Mit zahlreichen Farbabbildungen. Caravaggio, eigentlich Michelangelo Merisi da Caravaggio (Mailand 1571-Porto Ercole 1610), war schon zu Lebzeiten ein Mythos. Von den einen für seinen Naturalismus und seine revolutionären Bilderfindungen gerühmt, galt er anderen als Zerstörer der Malerei. Auch in der modernen Forschung hat kaum ein anderer Künstler so kontroverse und widersprüchliche Deutungen erfahren. Rechtzeitig zum Caravaggio-Jahr 2010 erscheint eine umfassend neue Gesamtdarstellung von Caravaggios Schaffen mit einem kritischen Katalog seiner Werke. Fünf einleitende Kapitel stellen die künstlerische Karriere von der Ausbildung im lombardischen Mailand und dem triumphalen Aufstieg im päpstlichen Rom bis hin zu den dramatischen letzten Jahren in Neapel, Malta und Sizilien dar. Im Zentrum stehen dabei die Radikalität und das innovative Potential seiner Kunst und ihre europaweite Ausstrahlung. Unsere Vorstellung vom Werk Caravaggios ist in den letzten Jahrzehnten durch wichtige Ausstellungen, durch Restaurierungskampagnen, Neuzuschreibungen und archivalische Funde wesentlich erweitert worden. Der umfangreiche Band liefert auf der Grundlage des neuesten Forschungsstandes einen detaillierten Überblick über das gesamte Schaffen. Alle Gemälde werden in großformatigen Ansichten und Detailabbildungen dokumentiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2010
Das Caravaggio-Jahr hat die Monografie-Produktion ordentlich in Schwung gebracht, inzwischen hat der Barockmaler sogar seinen Renaissance-Kollegen Michelangelo weit überflügelt, verzeichnet Lorenz Enderlein, der drei der Neuerscheinungen bespricht. Sebastian Schützes großformatigen Band hat ihn inhaltlich nicht viel Neues geboten, hier sieht Enderlei vor allem Bewährtes zusammengefasst, wenn Schütze auch bei den Zuschreibungen nicht so restriktiv agiert wie etwa Sybille Ebert-Schifferer in ihrer Monografie. Aber wichtig sind bei diesem Trumm aus dem Hause Taschen eh die Bilder, und hier verzeichnet Enderlein durchaus überraschende Details.
Dieser Mammutband mit Caravaggios Gesamtwerk ist aus Sicht von Florian Illies eine "kongeniale Form der Würdigung" des großen Künstlers. Denn kombiniert werde die bombastische Werkpräsentation mit einem "weit ausholenden, in die Tiefe gehenden Text" sowie einem umfassenden Werkverzeichnis samt "Zu- und Abschreibungen". Der Kritiker ist außerdem höchst dankbar dafür, dass in diesem Buch das Caravaggio-Klischee vom homosexuellen Outlaw nicht weitergesponnen wird, sondern die ästhetischen Sensationen seiner Kunst herausgearbeitet und durch sie dieser Künstler greifbar gemacht.
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