Klappentext
In deutscher, englischer und französischer Sprache. Francisco de Goya war einer der innovativsten Maler und Grafiker des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Seine Radierungen und Lithografien gelten als Meisterwerke der modernen Druckgrafik. In seinen Werken brachte er die fortschrittlichen Ideen der Aufklärung in einen spannungsgeladenen Dialog mit der brutalen Realität seiner Zeit. Diese Sammlung von 287 Radierungen und Lithografien vereint Goyas gesamtes druckgrafisches Werk, darunter Ausgaben, die unter seiner direkten Aufsicht entstanden, sowie seltene Zustandsdrucke aus nicht veröffentlichten Serien. So bietet sie einen Einblick in seine Experimentierfreude und seine Kontrolle über den Druckprozess.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.12.2025
Rezensentin Edith Kresta erinnert sich mit diesem gewaltigen Bildband der 287 Radierungen und Lithografien des spanischen Malers an seine Meisterschaft und Kriegsfeindlichkeit. Eindrücklich zeigen die hier versammelten Drucke den genauen Blick, den der Sohn eines Vergolders auf die Konflikte im Spanien des beginnenden 19. Jahrhunderts richtete, urteilt die Kritikerin. Nach der Besatzung durch napoleonische Truppen kam es zu Volkserhebungen, die wiederum zu brutalen Scharmützeln führten. Goya betonte die Grausamkeit beider Seiten, da er nicht nur auf Leichen einschlagende, spanische Bauern abbildete, sondern auch französische Soldaten zeigte, die die Bauern auf Baumstümpfen aufspießen. In der Darstellung dieser menschlichen Gewaltabgründe sieht Kresta die anhaltende Relevanz dieses Ausnahmetalents.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2025
Ein singuläres Glanzstück der Kunstgeschichte präsentiert uns diese Veröffentlichung laut Rezensent Philipp Meier. Die Besprechung geht nicht auf Details der Edition oder auch nur auf die Qualität der Abbildungen ein, sondern beschränkt sich auf eine Beschreibung der Arbeiten Goyas. Dessen Grafikserie der "Caprichos", lernen wir, konnte nur entstehen, weil der Künstler ab Ende des 18. Jahrhunderts die Möglichkeit erhielt, freier, teils unabhängig von Auftraggebern zu arbeiten. Er nutzte diese Freiheit, referiert Meier, um ungewöhnliche Kombinationen von Text und Bild auszuprobieren, er wendete sich dabei düsteren gesellschaftlichen Themen wie Prostitution und sozialer Ungerechtigkeit zu, in Arbeiten zum spanischen Unabhängigkeitskrieg schreckte er auch nicht vor brutalen Darstellungen zurück, fast wie ein Kriegsreporter. Das alles kann der Kritiker offenbar in diesem Band nachvollziehen.
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