Lüder Gerken, Gerhard Schick (Hg.)

Grüne Ordnungsökonomik

Eine Option moderner Wirtschaftspolitik?
Cover: Grüne Ordnungsökonomik
Metropolis Verlag, Marburg 2000
ISBN 9783895182907
Broschiert, 408 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Der Wandel von der Protestbewegung zur Regierungspartei prägt die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung um grüne Politik. Gleichzeitig findet jedoch eine Fortentwicklung grüner Politikkonzepte statt. So orientieren sich die Grünen bei der Formulierung einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft immer stärker an dem wirtschaftspolitischen Leitbild der Ordnungsökonomik. Und auch dieses hat sich gewandelt: Durch die Berücksichtigung ökologischer Fragestellungen wurde die Ordnungsökonomik erst für die wirtschaftspolitische Konzeption einer Partei interessant, die sich der ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt. Die Beiträge führender Vertreter ordnungsökonomischen Denkens und wesentlicher wirtschafts- und finanzpolitischen Akteure der Grünen in diesem Buch, die auf eine wirtschaftspolitische Fachtagung des Walter-Eucken-Instituts und der Heinrich-Böll-Stiftung zurückgehen, spiegeln die spannende Auseinandersetzung um geeignete wirtschaftspolitische Leitlinien und Konzepte der Grünen wider.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2000

Karen Horn weist zunächst darauf hin, dass diesem Band eine Tagung vom Walter-Eucken-Institut und der Heinrich-Böll-Stiftung vorausgegangen ist, auf der grüne Politiker und liberale Wissenschaftler das Verhältnis von grüner Politik zum Ordoliberalismus untersucht haben. Die "anregende, kontroverse Diskussion" könne man nun in dem vorliegenden Band nachlesen, so Horn. Zwei Punkte hebt die Rezensentin dabei besonders hervor. Zum einen gefällt ihr die "lobenswert konzise Form", in der die Herausgeber die wichtigsten Punkte der Ordnungsökonomik und der grünen Wirtschaftspolitik erläutern und aufzeigen, wo es Übereinstimmungen und auch Gegensätze gibt. Zum anderen konzentriert sie sich auf den Text Roland Vaubels, den sie nicht nur für den "originellsten, sondern auch stichhaltigsten Beitrag des Buches" hält. Vaubel hat hier, so die Rezensentin, zunächst grüne Grundsätze aufgelistet, denen er sich vorbehaltlos anschließen kann: So zum Beispiel "Freiheit des Individuums, Verantwortung der Einzelnen, Schutz der Minderheiten, strikte Kontrolle staatlicher Macht" und andere. Anschließend geht er jedoch auch auf die Punkte ein, die seiner Ansicht nach in Widerspruch zu diesen Grundsätzen stehen, wie zum Beispiel Quoten, Globalbudgets, Reglementierungen bei Mieten, Höchstgrenzen beim Benzinverbrauch. Das Fazit Vaubels interpretiert die Rezensentin letztlich als "so schlüssig wie vernichtend". In seinen Augen bleibe die grüne Partei zwar "basisinnovativ und umweltbewusst, aber keineswegs widerspruchsfrei und letztlich vor allem kollektivistisch".