Roland Vaubel

Europa-Chauvinismus

Der Hochmut der Institutionen
Cover: Europa-Chauvinismus
Universitas Verlag, München 2001
ISBN 9783800414246
Gebunden, 218 Seiten, 19,90 EUR

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2002

Eher im Tonfall des Bedauerns erklärt "rg.", dass man der schonungslosen Kritik des Ökonomen Roland Vaubel an der EU und ihren Institutionen schwerlich widersprechen könne. Vaubel liefere eine deprimierende Diagnose der vielschichtigen Fehlentwicklungen und führe plastisch vor Augen, dass Europas Zentralisierungstendenzen, die Demokratiedefizite und die Bürgerferne nicht unbeachbsichtigtes Zufallsprodukt der europäischen Vertragswerke sind, sondern systembedingt. Darüber hinaus muss der arme, europafreundliche Rezensent (oder die Rezensentin) dem Autor auch zugestehen, eine von der ersten bis zur letzten Zeile flüssig geschriebene und auch für Nicht-Ökonomen verständliche Schrift vorgelegt zu haben. "rg." fragt sich allerdings, ob Vauber, der bekennt, sich vom "Euromantiker" zum Eurokritiker gewandelt zu haben, inzwischen nicht ins Lager der EU-Gegner gewechselt habe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2002

Dem aktuellen Zustand der "Europäischen Union" aus der Sicht der "ökonomischen Theorie der Verfassung" widmet sich dieses Buch. Die zentrale Frage ist die nach der Zentralisierung europäischer Kompetenzen und den möglichen Reaktionen darauf. Vaubel konstatiert, dass der Prozess der Zentralisierung in den letzten zehn Jahren kaum einen Sektor unberührt gelassen hat, dass die Entscheidungsgewalt in vielen Punkten von den nationalen Parlamenten nach Brüssel verlagert wurde. Vaubel sieht laut Rezensent in dem zugrundeliegenden Regelsystem eine eklatante Verletzung der Gewaltenteilung, plädiert jedoch nicht für die Schaffung demokratisierter Zentral-Instanzen, sondern für eine Rückbesinnung auf die Verfassungsprinzipien der Gewaltenteilung, Demokratie und Subsidiarität - und das heißt weitgehende Rückverlagerung der Entscheidungen an die Mitgliedsstaaten. Rezensent Christian Watrin beschränkt sich in seiner Besprechung des Buches aufs respektvolle Referat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.01.2002

Tilman Mayer kommt aus dem Loben dieser Studie über die EU gar nicht mehr heraus, derart überzeugen ihn die Thesen und Urteile des Autors. Er preist es als "Verdienst" Vaubels, dass er auch vor unangenehmen "Wahrheiten" nicht zurückschreckt, vor allem dort, wo er die Zentralisierungsbestrebungen der EU kritisiert. Der Rezensent meint, dass man aus diesem Buch einen "entscheidenden Wissensvorsprung" erringen kann, und er sieht durch den Autor einen "geraden Weg" zu einer demokratischeren EU gewiesen. Deshalb legt Mayer das Buch dann auch "Vorstandsvorsitzenden und Entscheidern" wärmstens ans Herz.
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