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Antje Radcke

Das Ideal und die Macht

Das Dilemma der Grünen
Cover: Das Ideal und die Macht
Henschel Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783894873783
Gebunden, 272 Seiten, 20,40 EUR

Klappentext

Frauen an die Macht! Für Antje Radcke war diese Losung einer der Ausgangspunkte ihres politischen Engagements. Doch was ist aus den Idealen im politischen Alltag geworden? Und wie verändert der Gebrauch der Macht den Menschen? Antje Radcke beschreibt in ihrem Rückblick, insbesondere auf die ersten zwei Jahre rot-grüner Regierungskoalition, ein grundsätzliches Dilemma: den Spagat zwischen Macht und Ideal. Sie schildert den Reiz der Macht und ihre Spielregeln, die scheinbare Ohnmacht der Frauen, die Kungelrunden und die Hinterzimmerpolitik. Neben den vielen Auseinandersetzungen schildert sie intensiv die härteste Zerreißprobe grüner Politik: den Konflikt um das Kosovo.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.04.2001

Nach Matthias Geis muss man dieses Buch nicht unbedingt gelesen haben. Er sieht darin vor allem eine persönliche Abrechnung der ehemaligen Parteivorsitzenden der Grünen, die ihr Leid, weder von den politischen Entscheidungsträgern noch von großen Teilen ihrer Partei wirklich ernst genommen worden zu sein, nun zum Ausdruck bringt. Geis stört sich daran, dass sich Radcke hier zur "Jeanne d'Arc grüner Ideale" hochstilisiert. Ihr Aufarbeitungsversuch ist - wie er bemängelt - darüber hinaus allzu "selbstgerecht, beleidigt und besserwisserisch im Ton, naiv in der Substanz" geraten. "Peinlich", lautet das Fazit des Rezensenten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2001

Mehr als milden Spott hat Daniel Haufler nicht übrig für diese Abhandlung der ehemaligen Grünen-Parteisprecherin Antje Radcke. Wie Radcke ihr politisches Scheitern erklärt, wirkt auf ihn wie eine "alberne Verschwörungstheorie" und überhaupt versteht er nicht, warum sie sich so persönlich an der Fragestellung des Buches abarbeitet: "`Das Ideal und die Macht`, das verkürzt sie auf Radcke und die grünen Männer" kritisiert Haufler. Einzig das Schlusskapitel und die dort enthaltenen Positionen zu Themen wie Frauenquote, Amt und Mandat und Kommunikation mit der Basis findet der Rezensent substantiell und bemerkt: "Hätte Antje Radcke diesen Essay allein veröffentlicht, mancher würde die ehemalige Parteichefin jetzt ernster nehmen".