Lorenza Foschini

Prousts Mantel

Die Geschichte einer Leidenschaft
Cover: Prousts Mantel
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2011
ISBN 9783312004829
Gebunden, 125 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Durch Zufall stößt die Journalistin Lorenza Foschini auf einen Parfümfabrikanten in Frankreich, der jahrzehntelang alles sammelte, was einmal Marcel Proust gehörte. In einer amüsanten Reportage erzählt die Autorin, wie Jacques Guerin wegen einer Blinddarmentzündung 1929 an den Arzt Robert Proust gerät, den Bruder von Marcel Proust. Von da an kennt Guerin nur noch ein Ziel: alles in seinen Besitz zu bringen, was je dem berühmten Schriftsteller gehörte. So rettet er wertvolle Manuskripte für die Literaturgeschichte, und auch die Toilettenartikel und den berühmten Mantel, in dem Proust zuweilen schlief, spürt er auf. Eine ungewöhnliche und faszinierende Erzählung über eine mitreißende Leidenschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2011

Eher zufällig sind mancherlei Gegenstände aus Prousts Leben auf die Nachwelt gekommen. Der Bruder des Autors und insbesondere dessen den Schriftsteller verabscheuende Frau hätten beinahe wichtige Teile des Nachlasses vernichtet. Jedoch stieß Jacques Guerin, als Patient in Robert Prousts chirurgischer Praxis, darauf und machte es sich zur Aufgabe eines sehr langen, fast 100 Jahre währenden Lebens, diese zu sammeln. Diese Geschichte erzählt nun Lorenza Foschini in ihrem Buch, das sich als Bericht ausweist, jedoch aufgrund seiner "lebendigen" und "fesselnden" Erzählung für den Rezensenten Henning Ritter einen - was er als großes Kompliment meint - durchaus "romanhaften" Eindruck macht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.08.2011

Eine Proust-Leidenschaft der besonderen Art hat Rezensent Jürgen Ritte in diesem Buch von Lorenza Foschini erlebt. In "Prousts Mantel" erzählt die italienische Journalistin die Geschichte des Parfumfabrik-Erben und leidenschaftlichen Sammlers Jacques Guerin, dem es zu verdanken ist, dass heute zahlreiche Briefe, Fotos, Möbel oder Prousts berühmte "Cahiers" der Nachwelt erhalten geblieben sind. Marthe Dubois-Amiot hatte die Hinterlassenschaften ihres wenig geschätzten Schwagers Marcel Proust teils verbrannt, teils zu einem Trödler gegeben, dessen Weg Guerin glücklicherweise kreuzte. Foschini zeichne ein "diskretes" Porträt des Sammlers, der seinen Besitz eifersüchtig hütete, bevor er ihn kurz vor seinem Tod staatlichen Institutionen vermachte. Kurzweilig und lehrreich findet Ritte diese Reportage und bezeichnet ihr Herzstück, Prousts wie eine Reliquie geheiligten Mantel, als das "Schweißtuch des großen Romans".

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