Aus dem Französischen von Dieter Hornig. "Das Mittagessen am Ufer der Loire" enthält zwei Texte, die sich um zwei Besuche des Autors bei Julien Gracq kristallisieren, der eine im Februar 1997, der andere im November 2006. Philippe Le Guillou war seit langem schon ein Verehrer dieses Einzelgängers der Literatur und hatte ihn seit Anfang der 90er Jahre regelmäßig besucht. Sein Bericht über die Fahrt nach Saint-Florent-le-Vieil, den Spaziergang an den Ufern der Loire und der Evre (das Flüsschen aus "Die engen Wasser"), die Gespräche mit dem berühmten Autor in seinem alten Haus und beim Mittagessen im Restaurant gehen über die Form einer literarischen Reportage hinaus: Die glühende Begeisterung für das dichterische Wort und die lebensverändernde Kraft der Literatur das sind die Antriebsfedern dieses Textes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2010
Gracq lesen!, rät der Rezensent. Und dieses kleine Büchlein hier sollen wir, wenn's nach Jochen Schimmang geht, auch gleich mitnehmen. Liebhaber von Literatur und passionierte Leser, die wir sind. Zu sehen ist, wie der Autor Philippe Le Guillou sich dem Schriftsteller Julien Gracq mit Respekt, aber ohne blinde Heldenverehrung nähert, lebendig und schön und stilistisch diszipliniert, wie Schimmang erklärt. Er erfährt aus dem Gespräch der beiden über den Nouveau Roman, über Barthes und Sollers, über Jünger und das Wesen der Fiktion, das macht ihn glücklich. Und "souverän" übersetzt ist es auch noch.
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