Was ist der Mensch? Lisz Hirn widmet sich in ihrem Essay keiner geringeren als dieser Urfrage der Philosophie. Die Frage, was den Menschen vom Tier unterscheidet, hat von Platon bis Nietzsche oder Foucault die Denker beschäftigt. Wenn wir Tiere nun nicht mehr essen wollen, nicht mehr essen sollen, was bedeutet das für das menschliche Selbstverständnis? Nicht zuletzt Klimakrise und Pandemie haben das Konzept vom Übermenschen ins Wanken gebracht. Stiehlt ihm künstliche Intelligenz nun endgültig die Show? Lisz Hirn entwirft einen neuen Ansatz: eine Anthropologie der Verletzlichkeit - für den Metamenschen zwischen Smartphone und ChatGPT.
Katharina Granzin sucht gemeinsam mit Lisz Hirn nach einem neuen Selbstverständnis des Menschen in seiner Umwelt. Dass wir nicht außerhalb der Welt agieren, sondern als ein Teil davon, wird für Granzin auch deutlich, wenn Hirn über das philosophische Motiv der Abgrenzung zwischen Mensch und Tier nachdenkt. Der Essay ordnet Fragen dazu unter Begriffe wie Essen, Sterben, Handeln, lässt die Rezensentin aber mitunter etwas verloren zurück, auch da Zitate willkürlich im Text stehen und Quellen nicht klar kommuniziert werden, wie Granzin erkärt. Folgen kann und will sie Hirn aber dennoch, wenn die Autorin Ansätze zu einer "neuen Anthropologie" entwickelt, in der auch unser Verhältnis zur Maschine und zur Arbeit neu gedacht wird.
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