Lisa Sandlin

Ein Job für Delpha

Kriminalroman
Cover: Ein Job für Delpha
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518467794
Kartoniert, 350 Seiten, 9,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf. Beaumont, Texas, Golfküste, 1973. Delpha Wade kommt nach vierzehn Jahren Knast anscheinend zufällig in die Kleinstadt und versucht, wieder Fuß im bürgerlichen Leben zu fassen. Mit viel Chuzpe und kreativer Energie ergattert sie sich die Stelle als Sekretärin bei dem jungen Privatdetektiv Tom Phelan, der nicht unbedingt die hellste Leuchte ist, aber hartnäckig und sympathisch. Das Duo stolpert bald über ein Komplott in der Ölindustrie, von der die Gegend wirtschaftlich dominiert wird, und bekommt es mit einem üblen Killer zu tun. Außerdem begegnet Delpha dem Mann wieder, der sie einst ins Gefängnis gebracht hatte. Wird sie sich rächen? Ja, aber auf keinen Fall so, wie man denken mag …

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Und doch leuchtet einem sofort ein, warum die 1951 geborene Sandlin, die in Nebraska Creative Writing lehrt, ihr Krimidebüt in den siebziger Jahren spielen lässt: Das Leben ihrer Figuren ist völlig unkoventionell und unvorhersehbar, nicht nach allen Seiten abgesichert und festgezurrt wie ein Karriereplan. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.11.2017

Fritz Göttler bleibt ganz ruhig beim Lesen von Lisa Sandlins Außenseiterroman. Für Göttler besticht die 1973 in Texas spielende Geschichte um eine junge Frau, die auf Bewährung einen Job als Sekräterin in einer Detektei erhält, durch ihren langsamen Rhythmus, den Wechsel aus Rückblenden auf das frühere Leben der Figur und den News vom Watergate-Skandal. Die Südstaaten-Melancholie kommt dabei stets gut rüber, versichert Göttler.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2017

Hannes Hintermeier kann Lisa Sandlins Krimi-Debüt nur empfehlen. Das Etikett "Noir", meint er, passt hier zwar, doch gelinge der Autorin eine Neuinterpretation. Entscheidend dafür ist laut Hintermeier die Hauptfigur: eine Sekretärin! Starke Dialoge, stimmige Figuren und viel Atmosphäre machen den Fall um Industriespionage und einen Serienkiller für den Rezensenten zum Genuss, auch wenn Sandlin viel dem Zufall überlässt und den Plot so mitunter um seine Glaubwürdigkeit bringt. Die Übersetzung von Andrea Stumpf scheint Hintermeier angemessen nuancenreich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.09.2017

Sylvia Staude scheinen die schlichten Sätze des Krimis von Lisa Sandlin gut zu gefallen. Schon da sie das Essenzielle erfassen, wie sie erklärt. Darüber hinaus passen sie laut Staude gut zum texanischen Alltag anno 1973 und zu einer Heldin, die frisch aus dem Knast kommt und sich nach Normalität sehnt, stattdessen aber als Hilfsdetektivin anheuert. Dass der Text um Eifersucht, Betrug, Drogen und schließlich Mord keineswegs langweilig ist, beteuert Staude auch. Das Aufregende liegt für sie nicht zuletzt in der überzeugenden psychologischen Zeichnung der Hauptfigur.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.08.2017

Rezenzent Elmar Krekeler findet den Noir von Lisa Sandlin so besonders wie das Pärchen, von dem er handelt. "Ein Job für Delpha" spielt in den sechziger Jahren im texanischen Beaumont und erzählt die Geschichte der beiden Detektive Tom und Delpha: Delpha saß vierzehn Jahre im Gefängnis, weil sie ihren Vergewaltiger umgebracht hatte; Tom ist Vietnam-Veteran mit Verbindungen in die Unterwelt. Besonderes gefällt Krekeler, wie gleichberechtigt Sandlin die Perspektive zwischen Tom und Delpha wechseln lässt, mit welcher Schönheit sie sprachliche Bilder entwirft und welche Wärme sie ihren Figuren zuteil werden lässt.
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