Dave Zeltserman

Small Crimes

Kriminalroman
Cover: Small Crimes
Pulp Master, Berlin 2017
ISBN 9783927734838
Kartoniert, 270 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Cop Joe Denton wird auf Bewährung entlassen. Sieben Jahre zuvor verletzte er den Bezirksstaatsanwalt der Kleinstadt Bradley schwer und verübte einen Brandanschlag auf dessen Büro. Damals nahm Joe alle Schuld auf sich und deckte den korrupten Polizeiapparat. Inzwischen jedoch liegt der örtliche Mafiaboss Manny Vassey mit Krebs im Endstadium auf Intensiv und der einst attackierte Staatsanwalt versucht seit Wochen, Vassey ins Gewissen zu reden und ihn zu einem umfassenden Geständnis zu bewegen. Das würde weitere zehn bis zwanzig Jahre Knast für Denton bedeuten, etliche andere Beamte ebenfalls belasten und die Cops mit dem Rotlichtmilieu in Verbindung bringen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 18.12.2017

Schön verstörend findet Elmar Krekeler die Krimis von Dave Zeltserman, die wenig Raum lassen für ein romantisches Menschenbild. In "Small Crimes" folgt er einem besonders üblen Typen, Joe Denton, der nur seiben Jahre dafür im Knast gesessen hat, dass er dem Staatsanwalt von Bradley das Gesicht zerschlitzt und sein Büro abgefackelt hat. Niemand will mit ihm etwas zu tun haben, nicht einmal seine Eltern und schon gar nicht seine verprügelte Ex-Frau, aber alle sind hinter ihm her. Krass findet Krekeler das Tempo und die Konsequenz, mit der Zeltserman seine böse Geschichte entwickelt, und furchtbar faszinierend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2017

"Mehr Noir geht nicht", schwärmt Rezensent Kai Spanke über diesen Krimi des Amerikaners David Zeltserman. Er selbst hätte sich beinahe vom Pulp-Cover abschrecken lassen, das er offenbar nicht als Werk des Hamburger Künstlers 4000 erkannt hat (einen "Ramschkisten"-Look schreibt er ihm zu). Denn die rasant erzählte Geschichte um einen spielsüchtigen, cholerischen und brutalen Ex-Cop und Ex-Knacki, der nach seiner Haft schon wieder zwischen die Mühlen von Mafia und Staatsanwalt gerät, entfaltet dank präsziser Szenen, nüchterner Schilderungen und pointierter Dialoge eine Sogkraft, der sich der Kritiker nicht entziehen kann. Während Spanke vor allem über Zeltsermans Action-Szenen, denen er "sprachlich exakt getimete Energieerzeugung" attestiert und die Balance zwischen Brutalität und Psychologie lobt, erscheint ihm Michael Grimms und Angelika Müllers Übersetzung mitunter ziemlich ungelenk.