Aus dem Englischen von Henning Dedekind, Karlheinz Dürr, Katja Hald. Die persönlichen Memoiren des Welt-Stars Truly ist nicht nur die Geschichte eines der größten Musiker unserer Zeit - es ist die persönliche Reise eines Menschen, der Musikgeschichte schrieb. In seinen Erinnerungen erzählt Lionel Richie, wie er als Kind in Tuskegee, Alabama, im Süden der USA - mitten in der Bürgerrechtsbewegung - aufwuchs. Richie blickt zurück auf prägende Erlebnisse in Harlem und einen Kulturschock an der französischen Riviera, seine Jugendjahre, wie er als schüchterner Spätzünder seinen Weg fand und an wilde Zeiten, als er mit den Commodores zu Weltruhm gelangte. Es ist die Geschichte seines kometenhaften Aufstiegs zum Solostar mit Hits wie "Hello", "All Night Long" und "Endless Love" - und die Geschichte eines Mannes, der sich trotz Ruhm, Rückschlägen und persönlicher Krisen immer wieder neu erfand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2025
Rezensent Tobi Müller macht in diesem Buch durchaus die eine oder andere Schwäche aus - über die er letztlich jedoch gern hinwegsieht, da Lionel Richies gemeinsam mit Mim Eichler Rivas verfasste Autiobiografie ein hochinteressantes Stück Pop- und Kulturgeschichte ist. Pop-Superstar Richie kam auf vielfache Weise mit Rassismus in Berührung, lesen wir, unter anderem, weil seine Musik nicht nur vielen Weißen zu schwarz, sondern auch manchen Schwarzen zu weiß war. Müller geht einige Stationen im Leben Richies durch, von der Jugend auf einem Universitätscampus als Kind einer schwarzen Mittelschichtsfamilie in einem faktisch noch segregierten Land über die Zeit in New York mit den Commodores bis zum Aufstieg zum Weltstar beim Mowtown-Label. Etwas arg kumpelig geschrieben ist das Buch, findet Müller, der außerdem einige auffällige Lücken ausmacht - Richies Tochter Nicole etwa kommt kaum vor und auch die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson, einen Freund des Sängers, finden keine Erwähnung. Interessant jedoch sind Richies Ausführungen zu Rassismus und auch die Beschreibung vieler Freundschaften, unter anderem zu Sammy Davis Jr. und Frank Sinatra, meint Müller, der auch gerne die gelegentlich eingestreuten absurden Anekdoten aus der Popwelt liest.
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