Herausgegeben und mit einem Nachwort, Anmerkungen und Zeittafel versehen von Barbara Conrad. Aus dem Russischen von Josef Hahn, Marianne Kegel, Marie Stellzig u.a.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.01.2002
Dass Tolstoi doch mehr Berichterstatter und Prediger ist als Dichter, scheint sich für Hannelore Schlaffer mit diesen beiden die frühen und späten Erzählungen Tolstois in neuer Übersetzung vereinenden Bänden zu bestätigen. Ein Umstand, der Langeweile (ob des Gewichts der Lehre, wie im Fall der "Kreutzersonate"), aber durchaus auch eine weiterreichende Wirkung erzielt, wie die Rezensentin uns mitteilt, "weil sie (die Erzählungen) dann doch einem tiefen Schrecken entspringen: der Erfahrung der Einsamkeit des Sterbens". Dies insbesondre im Krieg, an dessen Erfahrung, so Schlaffer, Tolstoi die Fiktion immer wieder "eng anschließt". Ebendiese Konfrontation mit dem Schrecken, verbunden mit Tolstois "Herbheit des Tons" ergibt für Schlaffer einen Reiz, da sie dem Leser "das beruhigende Gefühl des Mitleids" verwehrt.
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