Begegnungen mit alten Menschen in Vergangenheit und Gegenwart und damit auch mit sich selbst: Laure Wyss formuliert weder Rezepte fürs Altwerden noch Altersweisheiten. Sie schildert Erinnern und Vergessen, Schwierigkeiten des Alltags, notwendige Hilfe, Altersheim, Taschenraub, eine beschwichtigende Umgebung. Durch die kurzen Prosatexte bekommt man eine Ahnung davon, was das Leben im Alter bedeutet und fordert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2000
Beatrice Eichmann-Leutenegger fällt nur Gutes zu dieser kleinen Sammlung von Geschichten ein. Begeistert porträtiert sie zunächst in kurzer Form die Autorin, die sie als ein - im positiven Sinne - „störrisches Naturell“ bezeichnet, und der man anmerke, dass sie in ihrem Leben mit allerhand Widerständen zu kämpfen gehabt habe. Eine Jasagerin sei Wyss dabei nicht geworden, vielmehr eine Frau mit kritischem Blick und einem „vitalen Eigenwillen“. So bieten denn die Geschichten, die früher bereits in Anthologien und Zeitungen erschienen sind, trotz ihrer leicht zugänglichen Thematik einige „Knacknüsse“, so Eichmann-Leutenegger. Als anschauliches Beispiel wählt die Rezensentin Wyss` Gedanken über ein langsames Sterben und die Möglichkeiten, sich in dieser Zeit selbst näher kommen zu können. Wyss tritt aber hier, so die Rezensentin, nicht als „Trostspenderin“ auf, wie man es von einer Frau vielleicht erwarten würde. Eichmann-Leutenegger weiß es zu schätzen, dass man trotz - oder gerade wegen - der Zurücknahme ihrer eigenen Person, von Wyss und ihren Geschichten viel lernen könne.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…