Aus dem Italienischen von Christoph Ferber. Remo Fasanis Gedichte kommen aus der Stille, aus der Stille einer Landschaft, aus der Stille, wenn die Elemente in der Schwebe ruhen, vor dem Sturm, nach dem Schnee. Aber auch aus der Stille eines Ichs, das entrückt vom Getriebe der Welt die Bedrohungen zu bannen versucht, in Bildern einer in wenigen Strichen gezeichneten Natur: "Doch eng wird dieser Himmel / zwischen den Gipfeln; / über den Abgründen stehen / die Tannen in dunkler Phalanx." Mit diesem zweisprachigen Gedichtband wird der Lyriker Remo Fasani erstmals einem deutschsprachigen Publikum vorgestellt. Das Buch umfasst einen Querschnitt durch sein Schaffen von den ersten Gedichten im Jahr 1944 bis in die Gegenwart und enthält einen grossen Teil der bisher unveröffentlichten "Novinari" (Neunzeiler), sein "Vermächtnis".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2006
Alice Vollenweider freut sich über die erstmals zweisprachig erschienenen Gedichte des Graubündener Lyrikers und Literaturwissenschaftlers Remo Fasani. In der sorgfältig übersetzten Auswahl von 1942 bis in die Gegenwart liege der Schwerpunkt auf Fasanis "Gedanken- und Naturlyrik". Mit "großartigem Pathos" habe er die Bündener Berglandschaft, das obere Misox und das Engadin als Seelenlandschaft beschrieben, die er zum lyrischen Klangraum des eigenen Ichs werden lässt. Auch dem Naturphänomen des Maloja-Windes, der stetigen "Botschaft des Hochlands", wie es bei Fasani heißt, sind einige "luftige Windgedichte gewidmet. Und schließlich enthält der Band noch einige unveröffentlichte Novenari, eine strenge Form von neun Silben pro Zeile, die dem Dichter mit "Präzision und Anmut" gelungen sind.
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