Aus dem Englischen von Bernard Robben. Vic, der sanfte, phlegmatische Vater, Angie, die verbitterte Mutter, die von der großen Liebe träumt, Joni, die 15jährige Tochter, die endlich ihre Jungfräulichkeit verlieren möchte und Jake, (14), der sich nur am Computer sicher fühlt - jeder lebt in seinem Universum, jeder hat etwas vor den anderen - und vor sich selbst - zu verbergen. Aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten erleben wir einen Monat im Leben einer Familie, die höllische Mischung aus Pubertätsdramen und midlife crisis, die Erbarmungslosigkeit von Geschwistern untereinander, den Albtraum einer toten Ehe - und die unüberbrückbaren Abgründe zwischen den Generationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.04.2002
Hart, realistisch und gut scheint Werner Jung diesen Romanerstling über die Tristesse einer Edinburgher Vorstadt zu finden, "einer zwischen Kleinbürgertum und Proletariat angesiedelten Lebenswelt, die ständig - systemisch bedingt - an der Armutsgrenze kratzt". Fortwährend wird da geschrieen, heftig gebumst und geschlagen - "aus Ohnmacht, im Delirium, aus Hass", wie Jung nicht ohne Respekt anmerkt, weil er diesen Realismus für allemal ehrlicher hält als den "milden Versöhnungsglanz des Humors" oder die "sanfte Ironie der drohenden Verelendung und Verödung" in neuen britischen Filmen wie "Brassed off" oder "Ganz oder gar nicht". Da macht es auch nichts, dass die Figurenrede mitunter "zu schablonenhaft" ausfällt und ein "kaum differenziertes Bild" der Figuren entsteht: Vielleicht, denkt Jung, muss das so sein; schließlich stecken ja alle klaftertief im selben Mief.
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