Aus dem Englischen von Tobias Schnettler. Sean Phillips ist durch einen schweren Unfall entstellt. Er verlässt seine Wohnung nur selten, vertieft sich in trashige Romane und Fantasyfilme, und er entwickelt ein Rollenspiel. In Trace Italian finden sich die Spieler in einem postapokalyptischen Amerika wieder, in dem sie um ihr Leben kämpfen müssen. Sean gibt die Handlung vor, jede Aktion der Spieler beantwortet er mit immer neuen Wendungen.
Als zwei Spieler die Anweisungen Seans nicht in Trace Italian, sondern in der realen Welt ausführen, hat dies tödliche Konsequenzen. Und Sean muss sich die Frage stellen, welche Verantwortung er dafür trägt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2016
Fasziniert hat Luise Checchin diesen Roman des Musikers John Darnielle über einen Mann gelesen, der sich im Alter von siebzehn Jahren das Gesicht zerschießt und, zurückgezogen von der Außenwelt, in ein selbst erdachtes Rollenspiel über ein postapokalyptisches Amerika flüchtet. Zwar muss die Kritikerin einräumen, dass es sie bisweilen "frustriert", im Verlauf der Lektüre nur bruchstückhaft zu erfahren, weshalb der gewaltbegeisterte Jugendliche sich selbst ins Gesicht schoss. Die Geschichte ist aber derart spannend und berührend, dass Checchin bei der Sache bleibt. Insbesondere aber lobt sie Darnielles Gespür für pointierte Wahrnehmungen und die Eindringlichkeit der Sprache. Und so kann sie diesen bisweilen mysteriösen Roman auch jenen Lesern empfehlen, die sich nicht für Fantasy-Romane und Ballerspiele interessieren.
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