Aus dem Ungarischen von Akos Doma. Ausgehend von einem Renaissancegemälde untersucht László F. Földényi in diesem meisterhaften Essay unheimliche Arten des "lebendigen Todes", die er der schönen Literatur, den bildenden Künsten und der Architektur entnimmt. Er schlägt dabei einen überraschenden Bogen von der Utopie zur Dystopie, vom Aufbruch der Revolutionsarchitektur über den Campanile von Riva bis zum Schornstein des Krematoriums von Auschwitz. Földényi nimmt so den Dialog mit Franz Kafka, Georges Bataille und Jean Baudrillard auf, und führt dem Leser das Allgemeinmenschliche in seiner ganzen unausweichlichen Abgründigkeit vor Augen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.08.2017
Rezensent Thomas Steinfeld ist tief beeindruckt von László F. Földényis Essay über die ideale Stadt. Földényi betrachtet Veduten aus der Renaissance, Pläne Albert Speers und schließlich die Stadtbilder Giorgio de Chiricos, er wandert also von der Renaissance zum Totalitarismus und den "Melancholikern" des 20. Jahrhunderts. Die ideale Stadt, lernt Steinfeld, ist immer menschenleer. Als sehe man sie von oben herab, mit einem "göttlichen Auge", das ordnet und kontrolliert. Auch dass die Utopie mit eine starke Beziehung zum Toten hat, lernt er und erkennt die Trabantenstädte des 20. Jahrhunderts sofort wieder in dieser Beschreibung. Wie ein Melancholiker wie Chirico da hineinpasst, erschließt sich ihm erst auf den zweiten Blick: Der scheint das Tödliche dieser Utopien erkannt zu haben. Ein großer Essay, meint Steinfeld.
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