Lars Gustafsson

Dr. Weiss' letzter Auftrag

Roman
Cover: Dr. Weiss' letzter Auftrag
Wallstein Verlag, Göttingen 2020
ISBN 9783835336049
Gebunden, 146 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. Dr. Weiss, der Protagonist in Lars Gustafssons letztem Roman, erlebt eine atemberaubende Reise durch Raum und Zeit.Mit seinem Auftrag, eine mythische Eisenkrone aufzuspüren, die als Intelligenzverstärker dient und seit dem Mittelalter verschollen ist, verlässt er die lineare Zeitstruktur und befindet sich an Orten, die sowohl in der Zukunft als auch in der Vergangenheit liegen können. So gerät er etwa in einem Hilbertraum in Gefangenschaft, von der er nicht weiß, ob sie mehrere Jahre oder nur wenige Minuten angedauert hat, oder trifft in einer wüstenähnlichen Landschaft auf Zwergenwesen, die sich in mit Propellern ausgestatteten Schiffen fortbewegen. Seine Reise führt ihn dabei auch in verschlossene Landschaften, die nur durch Schamanen geöffnet werden können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.03.2020

Rezensentin Judith von Sternburg findet, dass der fragmentarische Charakter dieses bruchstückhaften Science-Fiction-Romans aus dem Nachlass Lars Gustaffsons perfekt zu der Geschichte passt. Dr. Weiss reist hier mit einem rätselhaften Auftrag für eine umso rätselhaftere, pseudoreligiöse Macht durch die Zeit, erzählt sie. Dass der Roman unvollendet bleibt, unterstreicht ihrer Meinung nach seine grandiose Bizarrerie: Wie der rätselhafte Doktor durch den "Faltenwurf der Zeit" springt, wandelt der Autor durch die Zeit der Erzählung und die Leser*innen können sich weder über die Ereignisse noch ihre zeitliche Abfolge je ganz sicher sein, schmunzelt die Kritikerin. "Eine veritable fantastische Geschichte", jubelt sie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.02.2020

Rezensent Jörg Magenau spürt dem Spaß nach, den Lars Gustafsson beim Verfassen dieses zwischen Tolkien und Michael Ende changierenden Textes wohl gehabt hat. Der nachgelassene Roman befasst sich laut Magenau mit und führt zugleich aus: Die Gleichzeitigkeit von allem, die Relativität der Zeit. Dass der Roman weder Anfang noch Ende hat, kommt seiner Unabgeschlossenheit zugute, findet der Rezensent, den zwar mitunter Schwindel erfasst, wenn Gustafsson ihm sein "Gedankenlabyrinth" öffnet, Traum, Wirklichkeit, Mythos, Märchen, Eiszeit, Mittelalter und 20er Jahre miteinander kurzschließt und Einstein und Luftschiffe auftreten lässt, der sich aber gleichwohl gut unterhalten hat mit dem Buch.