Dies ist die Geschichte von Lucinda. Lucinda ist schön, lebenshungrig und leuchtet wie ein Stern. So hell und so schön und gleichzeitig Lichtjahre entfernt. Lucinda scheint in einer anderen Welt zu leben, nach eigenen, erbarmungslosen Regeln. Wer Lucinda liebt, muss ertragen, ihr niemals richtig nah sein zu können. So sind Sterne eben. Und manchmal fallen sie vom Himmel und verglühen. Einfach so.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2014
Worum handelt es sich bei diesem Buch? Katharina Laszlo stellt zwar fest, dass die Autorin Lara Schützsack ihre magersüchtige Protagonistin in den Vordergrund der Handlung stellt, deren Gedanken jedoch ausspart, indem sie aus der Perspektive der kleinen Schwester erzählt. Laut Laszlo vermeidet sie so das Etikett "Magersuchtsbuch" und bietet vor allem eine Annäherung ans Erwachsenwerden, bei der die Krankheit nur als Metapher fungiert für die Verletzlichkeit und Besonderheit der Heldin. Zum Thema Magersucht hat das Buch denn laut Rezensentin nicht allzu viel Neues beizutragen. Allerdings gelingt ihr das Kunststück, die Umstände der Krankheit in die richtigen Worte zu fassen, meint Laszlo anerkennend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2014
In Lucindas Leben ist alles furchtbar intensiv: sie wird in der Schule entweder gehasst oder bewundert, sie ist euphorisch oder depressiv, und ihre "übersteigerte Liebes- und Todessehnsucht" treibt sie in die Magersucht - obwohl doch in ihrer Familie alles in Ordnung, oder wenigstens ganz normal ist, berichtet Antje Weber. Es ist die fehlende Ursache für Lucindas Krankheit, die einen nach Lara Schützsacks Debüt "Und auch so bitterkalt" noch lange beschäftigt, erklärt die Rezensentin, die sich fragt, was denn hätte anders sein müssen, anders werden. In einer atmosphärischen, poetischen Sprache, die nur hin und wieder symbolisch überfrachtet wirkt, erzählt Schützsack Lucindas Geschichte aus der Perspektive der jüngeren Schwester, die erst mit der Zeit ihren verklärten Blick verliert. Und am Ende verliert sie auch Lucinda, ans Dunkelland Tenebrien, wohin alle kommen, "die nicht für diese Welt geschaffen sind", warnt Weber vor.
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