Lena ist 15, als sie feststellt, dass der Körper alles ist, was ihr gehört. So beginnt der Kampf um den perfekten Körper, um die Kontrolle über Kilo und Gramm. Nicht unwillkommen ist die Möglichkeit, noch dünner zu werden als die Mutter, die nervt und immer alles besser weiß. Sie hat auch nichts dagegen, dass man nun nicht mehr wie selbstverständlich voraussetzt, dass sie funktioniert, eine gute Tochter ist, eine gute Schülerin, eine gute Freundin. Aber Aufmerksamkeit zieht nicht automatisch Verständnis nach sich. So dünn kann Lena nicht werden. Die Sucht bleibt. Das Abi schafft Lena noch in gewohnter Perfektion als Jahrgangsbeste, dann muss sie in die Klinik. Langsam wird Lena klar, dass man auch anders essen kann und sie versucht es. Die Klinik hilft ihr, vor allem Chris, in dem sie sich erkennt, dessen grammweises Sich-Dünnemachen ihr aber auch Angst einjagt. Die Nähe tut gut, aber sie weiß nun genau: Sie will nicht sterben, sie will leben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.03.2007
Für Julia Büttner war die "Geschichte einer Magersucht" zwar eine peinigende Lektüre, doch hält sie das Buch nicht zuletzt wegen der Ehrlichkeit und Schonungslosigkeit der Autorin Lena S., die darin ihre eigene Krankheit schildert, für ein notwendiges Buch. Für alle, die Einblick in die komplizierte Gefühlswelt von an Anorexie Erkrankten besser verstehen wollen, ist dieser Bericht zu empfehlen und kann als beispielhaft für diese Essstörung gelten, meint die Rezensentin. Sie findet es besonders lobenswert, dass Anorexie als Krankheit mit tiefer gehenden Ursachen im Familiengefüge beschrieben wird und nicht schlicht als Folge des aktuellen Frauenideals verkannt wird. Zudem mache das Buch deutlich, dass Anorexie die Erkrankten ein Leben lang begleitet und nicht irgendwann als geheilt angesehen werden kann, so Büttner betroffen.
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