Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Wie kann mein Leben gelingen? So kann man die Grundfragen einer umfassenden praktischen Philosophie formulieren. Nach der vorliegenden philosophischen Theorie sind die Antworten in der Liebe und der Freundschaft zu suchen. Die Mehrzahl der herkömmlichen Ethiken beruft sich entweder auf allgemeingültige, unwandelbare Prinzipien, denen es pflichtgemäß zu folgen gilt, oder auf das Eigeninteresse, das durch individuelle wie gemeinschaftliche Zweckvernunft befördert wird. Die "Theorie der Freundschaft" nimmt dagegen das freundschaftliche Lieben zur Grundlage, das in zeitlich bedingten, endlichen Vollzügen Glücksstreben und Verbindlichkeit vereint. Aus ihm erheben sich moralische Verpflichtungen wie auch die Wege zu gelungenem Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2012
Rezensentin Hannah Lühmann ist hingerissen: Konrad Utz, Kinderbuchautor und Professor für theoretische Philosophie in Brasilien, hat ein ganz "altmodisches", von Neurowissenschaften unbeeindrucktes Buch über Freundschaft geschrieben. Von Artistoteles ausgehend betrachte Lutz Freundschaft als etwas Natürliches, eine Selbstverständlichkeit, die niemandem erklärt werden muss, weil jeder sie kennt. Erst von diesem Punkt aus kann man etwas über ihr Wesen sagen. Zum Beispiel, dass man unter ihrem Einfluss den anderen Gutes will wie für sich selbst. Aus diesem Grund ignoriert Utz auch Facebook, erklärt Lühmann. Für Utz sind virtuelle Freundschaften ein Ding der Unmöglichkeit. Schade, findet Lühmann, die gern etwas von Utz über Facebook gelesen hätte. Aber dann hat sie der Idealismus von Utz wieder so bezaubert, dass sie ihm sogar seinen "phänomenologiegeschwängerten Jargon" verzeiht.
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