Als Kind wollte er zuerst eine Eule sein, dann doch lieber eine Wildgans. Als "Vater der Graugans" und als Begründer der Vergleichenden Verhaltensforschung wurde er schließlich weltberühmt und einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts: Konrad Lorenz, geboren 1903 in Wien. Seine Bücher wurden Bestseller, zu einer Autobiografie hinterließ er nur Fragmente. Zu seinem 100. Geburtstag erscheint erstmals auf deutsch ein autobiografischer Text, in dem er über sein Leben, seine Familie und seine Wissenschaft berichtet. Irenäus Eibl-Eibesfeldt analysiert die wissenschaftliche Bedeutung des Nobelpreisträgers. Wolfgang Schleidt, ebenfalls Schüler und Mitstreiter von Lorenz, schreibt über Konrad Lorenz in seiner Zeit und dabei auch über dessen immer wieder kontrovers diskutierte Rolle im "Dritten Reich".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2003
Diese zuvor nur in den USA publizierte "autobiografische Skizze" von Konrad Lorenz haben zwei seiner ehemaligen Schüler zu seinem hundertstem Geburtstag erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht, informiert Rezensent Ulrich Kühne. "Weder als Genie noch als Held" präsentiere sich hier der einstmals eifrige Nationalsozialist, der 1973 den Nobelpreis erhielt, meint Kühne. Vielmehr zeige sich das umfangreiche Spektrum menschlicher Leidenschaften, beispielsweise wenn er "hemmungslos mit seinen kleinen Erfolgen prahlt" oder "böse über ein paar Nebenpersonen schimpft", wie der Rezensent weiter ausführt. Doch kann Konrad den Leser auch überraschen, so, wenn er über seine vierjährige Kriegsgefangenschaft in Russland ausschließlich im freundlichen Ton berichte. Dazu gesellen sich im übrigen noch zwei ergänzende Texte, die sich mit Lorenz' Leben und Werk beschäftigen.
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