Konrad Adam

Kampf gegen die Natur

Der gefährliche Irrweg der Wissenschaft
Cover: Kampf gegen die Natur
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783871347306
Gebunden, 272 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Das Bild ging um die Welt: eine kahle Maus, auf deren Rücken ein menschliches Ohr wuchs. Was die Forschung als Durchbruch feierte, ließ die meisten Betrachter erschaudern. Doch weder die Sorgen angesichts der genetischen Veränderung des Lebens, weder die Angst vor den unbekannten Kosten des Fortschritts noch Großkatastrophen wie in Tschernobyl oder Fukushima können die Wissenschaft in ihrem Glauben an das eigene Tun erschüttern. Dabei lassen sich dessen Folgen immer weniger abschätzen, geschweige denn beherrschen. Konrad Adam fragt in seiner Streitschrift, wie mächtig eine Wissenschaft sein darf, die sich der Utopie der unbegrenzten Planbarkeit hingibt, für Fragen der Moral aber blind ist. In einer Synthese aus Zeitdiagnose und Kulturkritik zeigt er anhand von Beispielen aus der Atomphysik und der Biotechnologie, der Verhaltensforschung und der Weltraumfahrt, in welche Widersprüche sich die Wissenschaft verstrickt hat - und fordert eine Rückbesinnung auf die Natur als Maßstab für den Fortschritt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2012

Nach der Lektüre von Konrad Adams neuem Buch "Kampf gegen die Natur" muss Rezensent Christian Schüle feststellen: Der Erkenntnisgewinn ist hier äußerst gering. Ein paar längst gestellte Fragen zu normativen Grenzziehungen, etwa jene nach der gentherapeutischen Behandlung von Krankheiten, liest der Kritiker hier - viele Antworten bekommt er allerdings nicht. Vielmehr formuliere der kulturkonservative Altphilologe und Publizist in fünfzehn Kapiteln immer wieder die gleiche Anklage gegen eine entmoralisierte Wissenschaft: "Selbstbezogenheit, Mangel an Orientierung und Aufschneiderei" seien die zentralen Kategorien der neuzeitlichen Forschung, erfährt der Rezensent. Mit zunehmender Ermüdung folgt er Adams Tiraden gegen die von "skrupellosen Flachköpfen" betriebene frevelhafte Wissenschaft. Auch die vom Autor annoncierte Rückkehr zu einem vorwissenschaftlichen Natur-Zustand erscheint dem Kritiker zu verträumt.

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