Ko Un

Blüten des Augenblicks

Gedichte
Cover: Blüten des Augenblicks
Suhrkamp Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783518422250
Gebunden, 154 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Aus dem Koreanischen von Hans-Jürgen Zaborowski. "Blüten des Augenblicks" das sind 185 kurze Zen-Gedichte, geschrieben von Südkoreas beliebtestem Dichter. Sein erster Gedichtband in deutscher Übertragung, "Die Sterne über dem Land der Väter", erschien 1996 im Suhrkamp Verlag. Die neuen Gedichte bezaubern. Etwas von der ursprünglichen Kraft eines schamanischen Trommelsolos pocht in ihnen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2012

Gewohnt kenntnisreich stellt uns Rezensent Ludger Lütkehaus den neuen Gedichtband des koreanischen Lyrikers Ko Un vor, dessen Vielgestaltigkeit der Rezensent mit der bewegten Biografie des Dichters erklärt: Ko Un hat noch die japanische Besatzung Koreas erlebt, wurde im Koreakrieg für Nordkoreas Volksarmee zwangsrekrutiert, wurde buddhistischer Mönch und verließ das Klosterleben wieder, begehrte gegen die autoritären Regimes Südkoreas auf, musste ins Gefängnis, verfiel dem Alkohol und wurde erst Ende der neunziger Jahre unter Kim Dae Jung rehabilitiert. In seinen Gedichten nun verbindet er Naturerfahrungen, paradoxes Denken und buddhistische Lehren zu Bildern, die den Rezensenten immer wieder verzaubern - oder mit einem "unüberbietbarem Witz" zum Lachen bringen. Eine Kostprobe: "Ein Spinnennetz, den ganzen Tag durchnässt vom / Monsun-Regen - / du machst ja wirklich allerhand mit."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2012

Steffen Gnam hat die 2001 in Korea erschienenen "Blüten des Augenblicks" des 1933 geborenen koreanischen Dichters Ko Un gelesen und in ihnen eine Mischung aus "Revolution und Zen" gefunden. Unter den Eindrücken des Krieges lebte Ko von 1952 bis 1962 in einem Zen-Kloster, er wurde unter den wechselnden Militärdiktaturen mehrmals festgenommen, lässt der Rezensent wissen. Die 185 Gedichte verbinden das Alltägliche mit dem Transzendenten, vor allem aber kann man ihnen die tief verwurzelte Sehnsucht nach der Wiedervereinigung Nord- und Südkoreas ablesen, meint Gnam. Insbesondere in den Naturgedichten hat der Rezensent Wendungen gefunden, die lange nachhallen werden, wie er lobt.
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