Seit 1951 sammelt Klaus Wagenbach fotografische Dokumente über Franz Kafka; in fünf Jahrzehnten entstand ein einzigartiges Archiv mit Hunderten von Aufnahmen. Dieses Archiv ist Grundlage des vorliegenden Bandes, der alle wichtigen Bilder zum Leben Kafkas enthält. Die begleitenden Texte von Klaus Wagenbach fassen in Einführungen zu den einzelnen Kapiteln die jeweilige Lebenssituation zusammen. Besonders wichtige Dokumente oder Fotografien werden erläutert und mit Zitaten ergänzt. Sämtliche wichtigen Personen, Orte und Landschaften in Kafkas Leben treten auf, die Arbeits- und Schreibstätten werden vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2008
Zwei Bände, die miteinander nicht minder konkurrieren als es die einander nicht in Liebe zugeneigten Verfasser tun, stellt Hubert Spiegel in Parallelrezension vor. Beider Ehrgeiz, die Welt, in der Kafka lebte, als Kafka-Welt vorzustellen, ist, so Spiegel, nicht zu übersehen. Obwohl es vieles in beiden Büchern und also zweimal gibt, sind die Unterschiede doch sehr prägnant. Während Hartmut Binder in "Kafkas Welt. Eine Lebenschronik in Bildern" zur totalen Erfassung des Lebens neigt und kein noch so abgelegenes Faktum abgelegen lassen sein mag, präferiert Wagenbach - wie ganz offenkundig der Rezensent auch - die Prägnanz. Wesentliches fehlt in Wagenbachs Kafka-Band ganz sicherlich nicht und im Verzicht aufs Unwesentliche sei der Verfasser schön souverän. (Was man mit Mangel an Ernsthaftigkeit aber auf gar keinen Fall verwechseln dürfe.) Es kommt dazu, dass von den beiden Bänden, die hier besprochen sind, dieser hier derjenige ist, der dem Auge und auch den Händen mehr schmeichelt. Offiziell zieht der Rezensent keinen vor, dass seine heimliche Vorliebe aber diesem gilt, ist schwer zu überlesen.
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