Schwabes souveräne Gesamtdarstellung der amerikanischen Außen- und Weltpolitik im 20. Jahrhundert beginnt mit dem spanisch-amerikanischen Krieg von 1898, mit dem die USA zum erstenmal über die Grenzen ihres Kontinents hinausgriffen und sich mit der Eroberung Kubas und der Philippinen in den Kreis der europäischen Kolonialgroßmächte einreihten. Sie endet mit einem perspektivischen Ausblick auf die außenpolitischen Problemfelder der USA am Beginn des 21. Jahrhunderts.
Voller Lob schreibt Christian Hacke über Klaus Schwabes Studie. Dem Historiker sei es gelungen, eine "opulente" und "grundsolide" Darstellung über die amerikanische Außenpolitik seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zu schreiben. In seiner 560 Seiten starken Studie zeige Schwabe eingängig, dass die USA ab 1898 aktiv daran gearbeitet haben, sich als einzige Weltmacht durchzusetzen. Die damalige Besetzung von Kuba und den Philippinen als Ausgangspunkt zu nehmen, findet Hacke völlig gerechtfertigt, ebenso wie die Auswahl von vier repräsentativen amerikanischen Präsidenten, die beim Aufstieg zur Weltmacht beigetragen haben. Woodrow Wilson hat demnach mit seiner Idee vom Völkerbund Amerikas "missionarischen Imperialismus" verankert. Franklin Roosevelt hat den New Deal und die Anti-Hitler-Koalition gefördert. "Subtil" und kompetent erklärt Schwabe, wie Roosevelts Unterschätzung von Stalin zum Kalten Krieg geführt hat. Ronald Reagan und danach Bush Senior haben die Vereinigten Staaten dann endgültig als einzige Weltmacht durchgesetzt. Bei seiner Schilderung verzichtet Schwabe zur Freude des Rezensenten auch nicht auf ideengeschichtliche und wirtschaftliche Aspekte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2006
Das Buch ist ein "guter Einstieg" für alle, die sich mit der amerikanischen Außenpolitik des 20. Jahrhunderts vertraut machen wollen, meint Rezensent Rolf Steiniger. Der Autor Klaus Schwabe, den der Rezensent einen "der besten Kenner der amerikanischen Geschichte" nennt, beschreibe in drei Kapiteln, wie die USA eine Weltmacht wurden. Der erste Teil behandelt vor allem den Krieg gegen Spanien 1898 und den Ersten Weltkrieg, der zweite Teil befasst sich mit der Zeit zwischen 1921 und 1945 (erstaunt lesen wir, dass die USA 1933 gerade mal 133.000 Soldaten hatten - so viel wie die Tschechoslowakei). Der dritte und größte Teil, etwa zwei Drittel des Buchs, ist dem Kalten Krieg gewidmet. Steininger zollt dem Autor Respekt für die Souveränität, mit der er das fast unüberschaubare Material zu diesem Thema einbezieht. Nur bei der Frage, wer verantwortlich war für die Entstehung des Kalten Krieges, hätte sich Steininger eine eindeutige Antwort gewünscht: Stalin. Alles in allem scheint der Rezensent jedoch sehr zufrieden mit dem Buch. Man müsse schon Experte sein, um hier nichts Neues mehr zu erfahren.
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