Klaus Brinkbäumer

Der amerikanische Albtraum

Faschismus made in USA
Cover: Der amerikanische Albtraum
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN 9783103977332
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Der amerikanische Traum ist zum Albtraum verkommen: Demokratische Regeln und Normen werden ausgesetzt oder abgeschafft. In der Regierung sitzen Faschisten, die Opfermythen und Überlegenheitsphantasien verbreiten, Universitäten und Medien angreifen. Von dem Gedanken, dass Machtwechsel dazugehören, haben sie sich verabschiedet, den Gegner zum Feind und sich selbst für überlegen erklärt. Der langjährige USA-Korrespondent Klaus Brinkbäumer ist durch das Land gereist, hat mit MAGA-Leuten, Journalistinnen und Wissenschaftlern gesprochen und muss feststellen: Düsterer sah es nie aus.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2026

Rezensentin Viola Schenz wäre ja auch ganz froh, sich nicht mit Donald Trump auseinandersetzen zu müssen, aber anlässlich zu 250 Jahren USA-Unabhängigkeit erscheinen wieder einige neue Bücher, die durchaus Interessantes über den Präsidenten zu erzählen haben. Klaus Brinkbäumer, früherer USA-Korrespondent des Spiegels, kennt das Land sehr gut und schreibt im zugespitzten, "Spiegel-typischen flotten, ironischen Stil" zum Beispiel über Trumps "Project 2025" zur Umgestaltung der Bundesregierung und Schwächung der Demokratie, seine "Erpressungs- und Disruptionsversuche der Justiz" aber auch über seine außenpolitischen Eskapaden, seine Lügen und Intrigen und so weiter. Trump vereine Merkmale des Faschismus, lautet Brinkbäumers These, ohne klassischer Faschist zu sein. Brinkbäumers Gesprächspartner sind mehrheitlich Linksintellektuelle wie Jason Stanley oder Alexandria Ocasio-Cortez, die Kritikerin hätte sich gewünscht, dass auch gemäßigte konservative Stimmen zu Wort kommen, das hätte dem Buch ihr zufolge die nötige und nun fehlende Ausgewogenheit verliehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2026

Wenig begeistert ist Rezensentin Claudia Franziska Brühwiler von Klaus Brinkbäumers neuem Amerikabuch, in dem der ehemalige Spiegel-Chefredakteur angesichts der Eskapaden Trumps den Faschismus heraufdämmern sieht - beziehungsweise die USA bereits zum rundum faschistischen Land erklärt. Brühwiler stellt klar, dass sie alles andere als ein Trump-Fan ist und viele Aspekte seines politischen Wirkens für sehr problematisch hält - gleichwohl hält sie es nicht für sinnvoll, die in den USA vielstimmige Diskussion darüber, ob und inwieweit das Land in der Gegenwart als faschistisch zu beschreiben ist, kategorisch abzukürzen. Außerdem ärgert sie sich darüber, dass Brinkbäumer nur mit Washington-Insidern und linken Denkern spricht, reale Trump-Wähler und deren soziale Milieus jedoch außen vor lässt - genau damit, kritisiert sie, bestätigt Brinkbäumer die Vorurteile über abgehobene Journalisten. Außerdem liegt für sie der Verdacht nahe, dass deutsche Trump-Beobachter wie Brinkbäumer im Blick auf Amerika nur von hausgemachten deutschen Problemen ablenken wollen. Alles in allem lässt die Rezensentin Brinkbäumers immerhin flüssig geschriebenem Buch einen veritablen Verriss zukommen.

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