Aus dem Englischen von Karen Gerwig. Mit ONESHOT HARRY begibt sich Garry Phillips auf eine Zeitreise ins Frühjahr 1963, in die letzten Tagen des Goldenen Zeitalters von LA und Hollywood. Doch Rassismus und der Kampf um Bürgerrechte prägen die Schattenseiten der Stadt. Koreakriegsveteran Harry Ingram verdient seinen Lebensunterhalt als Nachrichtenfotograf und Prozessbevollmächtigter. Seine Figur ist Harry Adams nachempfunden, einem damals bekannten schwarzen Fotografen, der den Spitznamen One-Shot Harry" trug. Da die rassistischen Spannungen am Vorabend der Freedom Rally und der Rede von Martin Luther King zunehmen, läuft er Gefahr, an jedem Tatort, den er fotografiert, zum Opfer zu werden. Als er über Polizeifunk von einem tödlichen Autounfall erfährt, erkennt er, dass das beschriebene Fahrzeug einem alten Armeekameraden gehört, einem White-Jazz-Trompeter, dessen Mercury in eine Leitplanke am Mulholland Drive gekracht ist. Das LAPD erklärt den Zusammenstoß zum Unfall. Als Ingram seine Fotos entwickelt, bemerkt er jedoch Anzeichen eines Verbrechens. Er fühlt sich gezwungen, Detektiv zu spielen, auch wenn er dabei sein eigenes Leben aufs Spiel setzt. Schon bald sieht er sich angeheuerten Killern ausgesetzt, die für eine Gruppe weißer Rassisten arbeiten.
Rezensentin Katrin Doerksen fühlt sich bei der Lektüre von Gary Phillips Buch an die historische Figur des Pressefotografen Harry Adams erinnert: Phillips Protagonist, der Fotojournalist Harry Ingram, recherchiert den dubiosen Tod seines alten Armeekumpels bei einem Autounfall. Mit der Kamera distanziere er sich von der Welt und ordne sie für sich, so Doerksen. Obwohl der Roman wie ein "altmodischer Krimi" wirke, lobt die Rezensentin die stilvolle Schilderung der jazzgetränkten 1960er. Es ist auch die Zeit der Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther King besucht Los Angeles, erklärt Doerksen. So ergibt sich aus der literarischen und praktischen Erfahrung des Autors und ehemaligen Gewerkschafters ein Geschichtsbild, das für Doersken "alle Perspektiven" erfassen kann.
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