Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518784846 Kartoniert, 271 Seiten, 19,99
EUR
Klappentext
Als Donald Trump zum ersten Mal Präsident wurde, ging ein Richard Rorty zugeschriebenes Zitat viral: Wenn die "kulturelle Linke", so Rorty 1998, materielle Fragen weiterhin ignoriere, werde es einen Bruch geben - "something will crack". "Ärmere Wähler" würden einen starken Mann an die Macht bringen, es drohe eine Rückkehr des Sadismus. So hellsichtig diese Prognose war, hat derFokus auf die "woken" Linken und die "Verlierer" in Debatten über Trump & Co. doch einen blinden Fleck erzeugt. Geht man davon aus, dass Politiker wie Trump,Tino Chrupalla oder der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš sich auch selbst wählen, kommt schließlich eine andere "Klassenfraktion" in den Blick: konservative Männer, die ihr eigenes Unternehmen leiten. Aus diesem Milieu stammen nicht nur Vorläufer wie Silvio Berlusconi und Christoph Blocher, sondern auch Unterstützer wie etwa Elon Musk oder Peter Thiel. Genau diese Gruppe der kleinen und großen politischen Unternehmer nehmen die Beiträge in diesem Band unter die Lupe. Verfolgt wird dabei testweise die These, dass der Rechtspopulismus nicht in erster Linie eine spontane Revolte "ärmerer Wähler" darstellt, sondern ein gezielt vorangetriebenes Projekt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2026
Ein wichtiges Buch über den aktuellen Aufstieg des Rechtspopulismus sieht Rezensent Peter Laudenbach hier: Der von Heinrich Geiselberger herausgegebene Sammelband schließt schon im Titel an die Analysen von Herbert Kitschelt und Anthony McGann an, die gezeigt hatten, wie rechte Parteien dann Erfolg haben, wenn sie einerseits auf gesellschaftspolitisch konservative Politik, andererseits auf Marktradikalität und Staatsskepsis setzen. Die Schnittmenge dieser beiden Positionen verorten sie in ihrer einflussreichen grafischen Darstellung politischer Überzeugungen oben rechts - daher der Buchtitel. Die hier versammelten Texte stellen denn auch dar, wie neben Arbeitern vor allem auch freie Unternehmer zu Unterstützern rechter Parteien wurden. Ein bisschen einseitig ist die Darstellung in diesem Band schon, kritisiert Laudenbach, schließlich gibt es auch viele demokratiefreundliche Unternehmer. Aber insgesamt überzeugt ihn das Buch vor allem deshalb, weil es größere historische Zusammenhänge in den Blick nimmt, anstatt nur, zum Beispiel, reflexhaft über eine Linke zu schimpfen, die vor lauter woke die soziale Frage aus den Augen verloren hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026
Rezensent Oliver Weber bekommt mir dem von Heinrich Geiselberger herausgegebenen Sammelband mit sieben sozialwissenschaftlich orientierten Beiträgen zur Frage nach den Gründen für den Erfolg des Rechtspopulismus leider keine profunden Antworten. Vielmehr begnügen sich die meisten Autoren laut Weber mit Beschreibungen der Situation, ob vor Ort in Baden-Würtemberg (Tobias Moorstedt) oder in Form einer "Theorie-Skizze" (Anton Jäger). Gut gefallen hat Weber, dass die Beiträge zueinanderpassen und der Band einen roten Faden bietet. Doch immer, wenn es interessant zu werden verspricht, nämlich an den Schnittstellen von Sorgen und Ängste einerseits und politischer Orientierung andererseits, bieten die Texte keine Erklärung, bedauert Weber. Trotz einzelner Lichtblicke, so etwa die Ausführungen Lukas Hafferts zur AfD-Neigung von Selbstständigen, kann Weber keine Gesamtansicht ausmachen, die den Band zu einer Monografie runden würde.
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