Kirsten Ellerbrake

Guten Morgen, Revolution - du bist zu früh!

Roman
Cover: Guten Morgen, Revolution - du bist zu früh!
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2013
ISBN 9783462045451
Taschenbuch, 368 Seiten, 9,99 EUR

Klappentext

Noras Tochter Charlie, 20, ist verhaftet worden, wegen der Blockade eines Castortransports. Unfassbar war Nora nicht gerade selbst noch 20 und wollte die Welt aus den Angeln heben? "Atomkraft nein danke", freie Liebe statt Zweierkiste, Wohngemeinschaft statt Spießertum, "Legalize alles außer es tut weh". Als Nora ihre Tochter von der Polizei abholt, erntet sie keine Dankbarkeit, sondern Vorwürfe: Warum war sie nicht bei der Demonstration? Nora beschließt, ihre Tochter zu unterstützen und trommelt die Kampfgefährten von damals zusammen. Sie taucht tief ein in eine heute exotisch anmutende Ära, mit Menstruationskalendern, kalten Nächten in besetzten Häusern, Cannabispflanzen und dem unbedingten Willen, die Welt anders, besser, glücklicher zu machen. Doch die Vergangenheit ist auch gespickt mit Liebesdramen und das hat, wie Nora plötzlich merkt, Folgen bis heute. Eine turbulente und liebevolle Annäherung zwischen Tochter und Mutter, eine Zeitreise durch die Achtziger im WG-Milieu, das Revival einer alten Liebesgeschichte und die Frage, ob man zuerst die Welt retten oder das eigene Leben schöner machen soll.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.09.2013

Nach der Lektüre von Kirsten Ellerbrakes neuem Roman "Guten Morgen, Revolution - du bist zu früh" ist Rezensentin Anja Maier schlichtweg begeistert. Sie liest hier die Geschichte der "Middleagerin" Nora, biografisch durchaus an die Autorin angelehnt, die ihre Tochter nach einer Festnahme während der Blockade eines Castor-Transports aus dem Gefängnis befreien möchte und plötzlich mit der eigenen Vergangenheit im Westdeutschland der achtziger Jahre in der Hausbesetzer- und Anti-AKW-Bewegung konfrontiert wird. "Flott, ruppig", laut und ebenso intelligent gehe Ellerbrake der Frage nach, wie aus den einst so "coolen Politniks" die "spießigen Ökohedonisten" werden konnten, denen das politische Engagement vollkommen verloren gegangen ist. Und so fühlt sich die Kritikerin nach der Lektüre nicht nur bestens unterhalten, sondern beschäftigt sich darüber hinaus auch mit der Frage, welcher Protest heute eigentlich angemessen ist.
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