1981, ein Dorf in Oberbayern. Die zehnjährige Annika Schön ist mit dem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Freundin, doch sie kommt nie zu Hause an. Tage des qualvollen Wartens verstreichen, bis die Polizei einen erschütternden Fund macht - eine Kiste, vergraben im Wald, darin die Leiche des Mädchens, das dort erstickt ist. Eine mögliche Spur in das nahe gelegene Internat wird nur halbherzig verfolgt. Jahre später verurteilt man einen Verdächtigen, doch es bestehen Zweifel an seiner Täterschaft. Basierend auf dieser wahren Geschichte und ihren eigenen Recherchen hat Christa von Bernuth, selbst ehemalige Internatsschülerin, einen Roman geschrieben, der den alten Fall neu aufrollt - auf der Suche nach der Wahrheit, was damals wirklich geschah.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.05.2021
Wie sich die Krimi-Autorin Christa von Bernuth hier - ein erstes Mal - auf einen realen Fall bezieht, nötigt Rezensentin Sylvia Staude großen Respekt hab. Mit "Fingerspitzengefühl", so die Kritikerin, hat sie sich an das bis zuletzt undurchsichtige Geflecht begeben, in dem es geschieht, dass dreißig Jahre nach der Entführung und Tötung eines Kindes der Bruder des Opfers eine Privatklage gegen den Verurteilten anstrengt, weil er ihn für unschuldig hält und den Fall so neu aufrollen möchte. Auch die Autorin selbst ist inzwischen der Meinung, so die Kritikerin, hier sitze der Falsche ein und Polizei und Justiz werden von ihr nicht geschont und die damaligen Schüler des nahe gelegenen Internats noch einmal in den Kreis der Verdächtigen aufgenommen. Es geht hier auf gute Weise um die weiter andauernde "Unruhe" besonders der Angehörigen, so die wohlwollende Kritikerin.
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