Peter Renner

Griff in die Luft

Roman
Cover: Griff in die Luft
dtv, München 2003
ISBN 9783423243537
Broschiert, 295 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Frühjahr 1986, Ludwigshafen am Rhein. Martin, Richard und Thomas bereiten sich auf das Abitur vor. Das heißt, eigentlich bereitet nur Richard, der Überflieger, sich vor, der unbedingt den Numerus clausus schaffen will. Thomas hat längst aufgegeben und strebt eine Karriere als Profifußballer an, während Martin ausgerechnet bei Richard der Frau seines Lebens begegnet. Die schöne Anne kommt gerade aus London, ist reichlich schnippisch, läßt sich dann aber doch herbei, mit Martin mal in die Federn zu hüpfen. Allerdings ist sie am nächsten Tag schon wieder mit irgendwelchen "Freunden aus Frankfurt" auf Achse, und Martin leidet unter scheußlichen Eifersuchtsanfällen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.09.2003

Gewagt und gewonnen! freut sich Kai Martin Wiegandt über den Roman von Peter Renner. Gewagt deshalb, weil es ja von Achtziger-Jugenderinnerungsromanen derzeit genügend gäbe - einen weiteren hinzuzufügen heiße, sich auf einen Parcours mit Nostalgiefallen und Ironiegräben zu begeben. Renner habe ihn überaus erfolgreich gemeistert, vor allem dank seines Erzählverfahrens der "imaginären Zeugenschaft": Der Erzähler Martin lasse die Episoden der gescheiterten Beziehung zur "Frau seines Lebens" und was sonst das Leben eines "Durchschnittstypen" im wörtlich kanzlernahen Westdeutschland anno '86 ausmacht, von genau der Person berichten, "die das alles am allerunmöglichsten fände" - ein Experiment, das Martin mit seiner Lebenserzählung anstellt und eines, das dieses Buch so "hinreißend originell, clever und unterhaltsam" werden lasse. Zumal Renner eine "zupackende, anbiederungsfreie Jugendsprache" schreibe, "die dem eh schon schnellen Witz noch einen Tritt verpasst".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.07.2003

Nachbar des Buchprotagonisten Martin der Bundeskanzler Helmut Kohl, dessen Hubschrauber regelmäßig Unkrautsamen in die umliegenden Gärten weht, erzählt Kolja Mensing. Patrouillierende Bundesgrenzschutzbeamte und der "massige Körper" des Kanzlers prägen die Jugend des Protagonisten, der die Fine Young Cannibals und Foreigner hört und "zum Bleistift" sagt. Die achtziger Jahre bilden damit den Hintergrund für Renners Debütroman, der sich aber nicht in "nostalgischen Blödeleien" erschöpft, sondern die letzten Tage vor der Wiedervereinigung ernüchternd beschreibt, wie Mensing lobt. Schließlich sei es nicht leicht gewesen, sich "durch den Schlamm der Achtziger zu wühlen".