Fil Tägert

Mitarbeiter des Monats

Roman
Cover: Mitarbeiter des Monats
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016
ISBN 9783498058098
Gebunden, 304 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Roman über eine Berliner Jugend in den Achtziger Jahren. Westberlin, graue Insel im DDR-Meer: Nick hat einen schrottigen Job bei einer bekannten Hamburger-Braterei. Daneben spielt er in der Punkband "Adolf and the Peoples", deren Musik nicht viel besser klingt als ihr Name. Endzeitstimmung ist immer noch sehr en vogue; trotzdem sucht Nick irgendwie nach einem Sinn in seinem Leben. Daneben bleibt ihm genug Zeit, sich so generell seine Gedanken zu machen. Und er verliebt sich. Okay. Das geht aber nicht gut aus. Und wird zudem überschattet von einem blutigen Ereignis … In diesem Roman geht es einmal nicht um die Abenteuer eines sympathischen Jungen aus der Provinz. Hier geht es nicht um die Bohème - obwohl die Figuren in dem Buch auch ziemlich ungern arbeiten. Aber es sind alles normale Berliner, die normal Miete zahlen und ganz normale Leben führen. Love and Pain included.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.11.2016

Adrian Schulz scheint etwas an diesem Roman zu finden, kann sich allerdings nicht wirklich zu einem Urteil durchringen. Mit etlichen Zitaten füllt er seine Besprechung, aus dem Roman selbst, aber auch aus einem Gespräch mit dem Autor. Es wird klar, dass der Comic-Künstler Fil Tägerts von seinem Drifter-Leben im West-Berlin der achtziger Jahre erzählt, von MacJob, Nick-Cave-Konzerten und Nächten im Linientreu. Tolle Gewaltszenen attestiert der Rezensent dem Autor, und wie Tägert eine "absurde Fastfoodpoetik" um seine Loser-Helden spinnt, findet Schulz lakonisch und witzig. Andererseits hat es für den Rezensenten "schon ein Geschmäckle", wenn "alte Männer" über "postjuvenile Penispossen" schreiben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2016

Rezensent Oliver Jungen gefällt Fil Tägert besser als Comic-Genie und Rampensau, als Schnacker vor dem Herrn, der von Anekdote zu Anekdote hetzt. Im Roman funktioniert das nicht so gut, findet er, kommt das "komödiantische Fastfood" wie ein grotesker 80er-Jahre-Eintopf rüber, dem ein guter Plot fehlt. Dabei hat Tägerts Antiheld Nick, der sich im 80er-Berlin im Ronald-McDonald-Kostüm von Gag zu Gag hangelt, durchaus Jungens Sympathie, kann der Rezensent den Autor nur beglückwünschen für die authentische Darstellung des Biotops mit Zeitverdödeln und Selbstfindung und "Hehehe"-Dialogen. Nur wirkt das alles über die lange, verschriftlichte Strecke auf Jungen eher ermüdend, und der Stil des lässigen Unterlaufens von Stilerwartungen kommt ihm bald glanzlos vor.
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