Kilian Heck

Genealogie als Monument und Argument

Der Beitrag dynastischer Wappen zur politischen Raumbildung der Neuzeit
Cover: Genealogie als Monument und Argument
Deutscher Kunstverlag, München 2002
ISBN 9783422063389
Kartoniert, 327 Seiten, 34,80 EUR

Klappentext

Mit 164 s/w-Abbildungen. Grundlegende Studie zur lange von der Kunstgeschichte vernachlässigten Funktion von Wappen als politischem Bedeutungsträger im Heiligen Römischen Reich. Am Beispiel von Ahnentafel und Stammbaum wird die Bedeutung von Wappen und genealogischem Denken und die Auswirkung auf die dynastische Kunst zwischen 1450 und 1650 untersucht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2003

Der Name des Autors lädt offenbar zu einem kleinen Wortspiel ein, denn Rezensent Milos Vec freut sich über das "kecke" Buch von Kilian Heck, das er an anderer Stelle auch als "schlank" und "erfrischend" bezeichnet. Heck nimmt sich eines Feldes an, nämlich der Genealogie, das zwar in Internetzeiten einen neuen Konjunkturschub erhielt, wie Vec wohl persönlich eruiert hat, aber im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit eine viel prachtvollere Blüte erleben konnte. Heck nähere sich der Genealogie als Kunsthistoriker, aber keinesfalls klassisch, sondern mit einem von der Zeichentheorie beeinflussten Theoriemix, so dass einem herkömmlichen Genealogen bei Hecks Analyse von Wappen oder Grabsteinen die Ohren schlackern müssten, vermutet Vec. Die Hauptthese Hecks sei der Funktionswandel genealogischer Zeichen in Verknüpfung mit dem frühneuzeitlichen Raumbildungsprozess. Anders formuliert: Macht definierte sich irgendwann nicht mehr über Personenverbände und Familienwappen, sondern über die Absteckung von Landesgrenzen. Hecks Ausführungen mangelt es nicht an provokativen Thesen, schreibt Vec, wohl aber stellenweise an empirischen Belegen und argumentativer Schärfe. Eine ebenso fremde wie faszinierende Materie ist die Genealogie, schließt Vec und wünscht sich eine Wissenschaftsgeschichte dieser Zunft.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…