Aus dem Arabischen von Leila Chammaa. Ein junger diplomierter Jurist findet keine seiner Qualifikation angemessene Stelle und sucht sein Glück in einer Scheinheirat mit einer Amerikanerin. Seine Exverlobte wird unterdessen von ihren Eltern genötigt, einen Ägypter zu heiraten, der in New Jersey ein Restaurant betreibt. Dessen Koch, der nach einer Odyssee durch Südamerika illegal in die USA gelangt ist, tritt in die Dienste eines zwielichtigen ägyptischen Geschäftsmanns, dessen Sohn in London ein ausschweifendes Leben führt. Da sind außerdem der Philosophieprofessor an einer britischen Universität; dessen Cousin, der beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, beinahe ertrinkt; ein junger Nubier aus Assuan; ein gewiefter Menschenschmuggler; eine koptische Ärztin; eine Prostituierte. Ein Platz auf der Arche Noah ist ihre Chance für ein besseres Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2013
Prophetisch nennt Kersten Knipp diesen im Original bereits 2009 erschienenen Roman von Chalid al-Chamissi. Mit der Nachzeichnung politischer Infamie und ökonomischer und religiöser Korruption in Ägypten sieht Knipp die Untugenden von Mubaraks Nachfolger genau dokumentiert und das unerträgliche gesellschaftliche Leben dort literarisch antizipiert. Den Aufstand von 2013 versteht Knipp so gerüstet besser, da er die Nöte des ägyptischen Mittelstands von vor 2011 erkennt. So schockierend sich all das für den Rezensenten ausnimmt, so unterhaltsam erscheint es ihm, da der Autor darüber hinaus zu einer unangestrengten Beiläufigkeitt fähig ist, wie Knipp staunt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2013
Um zu verstehen, was die Mittelschicht in Kairo heute bewegt, empfiehlt Claudia Kramatschek den im Original bereits 2009 erschienenen Roman von Chalid al-Chamissi. Der Autor berichtet der Rezensentin vom Braindrain in seiner Heimat Ägypten, bietet Fakten des ökonomischen Verfalls und des religiösen Dumpfsinns, vergisst aber auch nicht, von der reichen arabischen Kultur zu erzählen und von der Bigotterie des Westens im Umgang mit Flüchtlingen. Die Mischung aus Tatsachen und Ironie, aus journalistischem Zugriff und blumiger Sprache gefällt Kramatschek, der bei allem Witz die Verzweiflung nicht entgeht, die das Buch durchzieht.
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