Klappentext

Aus dem Arabischen von Christine Battermann. Achmad, Gesellschaftsfotograf in einem exklusiven Kairoer Hotel, wird Zeuge, wie ein Freund bei einem Attentat auf zwei rivalisierende Geschäftsleute in der Bar Vertigo brutal ermordet wird. Es gelingt ihm, das Geschehen mit der Kamera festzuhalten, bevor er sich unerkannt vom Tatort entfernen kann. Das brisante Material spielt er einer Zeitung zu, deren Chefredakteur eine wichtige Rolle im alles durchdringenden Geflecht aus Korruption, Intrigen und Klientelpolitik spielt. Unversehens verfängt Achmad sich in diesem Netz, das bis in höchste Kreise reicht. Er sieht sich gezwungen unterzutauchen, denn seine skrupellosen Gegner schrecken vor nichts zurück. - Mit "Vertigo" begründete Ahmed Mourad 2007 das Genre des Politthrillers in Ägypten. Das Buch wurde 2012 als Fernsehserie verfilmt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.04.2016

Dass Ahmed Mourad in seinem Kairo-Noir-Krimi "Vertigo" mit vielen Anspielungen, aus Hitchcock-Filmen, aber auch ägyptischen Filmen spielt, ist für Rezensent Alex Rühle nur ein Grund, die Lektüre zu empfehlen. Der andere ist, dass die Geschichte um den Fotografen Ahmed, der einem weitreichenden Netz von Korruption und Opportunismus im Ägypten Mubaraks auf die Spur kommt, derart explosiv ist, dass der Kritiker sich wundert, warum das Buch für den Autor folgenlos blieb. Insbesondere, weil Mourad, selbst jahrelang Mubaraks Hoffotograf, hier die autobiografischen Parallelen zu seinem Helden bis zur "Tollkühnheit" ausreizt, informiert Rühle. Dass der Krimi ansonsten im konventionellen Gewand mit Liebesgeschichte daherkommt, stört den Rezensenten angesichts des grandios gezeichneten Generationenporträts gar nicht.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.04.2016

Ahmed Mourads "Vertigo" ist ein Thriller, der um das Machtgefüge in Kairo vor der Revolution kreist, erklärt Rezensent Tobias Gohlis. Mourad selbst war Fotograf der Präsidenten Mubarak und Mursi und konnte aus nächster Nähe das politische Handgemenge verfolgen, verrät der Rezensent. In seinem Buch wird der junge Achmad Kamâl, wie Mourad Fotograf, Zeuge eines Anschlags auf zwei hohe Tiere aus der Wirtschaft, bei dem unter anderem auch Achmads bester Freund stirbt, beschreibt Gohlis. Achmad macht sich daran, die Hintermänner des Attentats zu entlarven und gerät dabei unweigerlich auf den Radar der Mächtigen, fasst der Rezensent zusammen, für den dieser Roman eine gute Gelegenheit bietet, sich an die Missstände in Ägypten damals wie heute zu erinnern.
Stichwörter