Ibrahim Aslan

Die Spatzen vom Nil

Roman aus Ägypten
Cover: Die Spatzen vom Nil
Lenos Verlag, Basel 2005
ISBN 9783857873607
Gebunden, 171 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Hartmut Fähndrich. Aus dem Arabischen von Doris Kilias. Schauplatz der Spatzen vom Nil ist wie in Ibrahim Aslans Roman "Der Ibis" das lebendige Kairoer Stadtviertel Imbâba. Mit Sympathie und burleskem Humor, der oft ins Tragische kippt, erzählt Aslan die Geschichte einer vom Land in die Metropole übergesiedelten Großfamilie.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2005

"Die Spatzen vom Nil" sei ein kleiner Roman, meint Stefan Weidner, der Großes leiste: er erzählt auf beiläufige Weise vom Leben in einer kleinen Gasse im Kairoer Stadtteil Imbaba. Sein Verfasser, der ägyptische Schriftsteller Ibrahim Aslan, wisse sich zurückzunehmen, schreibt Weidner angetan, zugunsten seiner Chronistenfunktion, zugunsten seiner Charaktere und Figuren, die alle über eine "hochgradig selektive" Wahrnehmung verfügten. Zeitlich ist der Roman in der Zeit der Regentschaft Nassers angesiedelt, spielt also zwischen 1952 und 1970, berichtet der Rezensent und bemerkt, dass Aslans beiläufiger Stil nicht viel über die konkreten zeithistorischen Hintergründe verrät. Dem entspreche auch die Aufhebung des linearen Erzählprinzips, wie es die westliche Literatur verwende. Weidner findet den traditionellen Mikrokosmos einer ägyptischen Gasse und ihrer Bewohner, in deren Mittelpunkt sich die Großmutter als heimliche Erzählerin und Drahtzieherin befindet, in einem "großen, nicht weiter unterteilten Erzähl-Raum" denn auch am besten aufgehoben. Für Aslans dialoghaltige Passagen, die teilweise im Dialekt verfasst sind, habe die Übersetzerin Doris Kilias einen ausgezeichneten Mittelweg gefunden, den Dialekt anzudeuten, ohne ihn plump nachzuahmen, lobt Weidner die insgesamt "vortreffliche Übertragung" aus dem Arabischen.