Kay Peter Jankrift

Henker, Huren, Handelsherren

Alltag in einer mittelalterlichen Stadt
Cover: Henker, Huren, Handelsherren
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2008
ISBN 9783608941401
Gebunden, 235 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mit Farbabbildungen auf Tafeln. Das Gerücht verbreitete sich in Windeseile: Der städtische Wundarzt Ulrich Prunning habe einem Müllerssohn ohne Not das Bein amputiert, raunte man. Die üble Nachrede traf den Augsburger Heilkundigen bis ins Mark. In diesem Herbst des Jahres 1453 hatte er sich gerade um die lukrative Anstellung eines Stadtwundarztes in München bemüht. Plötzlich waren die ausgezeichneten Referenzschreiben das Papier nicht wert, auf dem sie standen. Prunning musste umgehend handeln, um seine Unschuld zu beweisen. Er hegte den Verdacht, dass ein missgünstiger Konkurrent die Verleumdungen gestreut hatte und verklagte den Bader Hans Speyser vor dem Rat. Im Februar 1454 begann der Prozess...
Dieser Rechtsstreit ist nur eine von vielen wahren Begebenheiten aus dem Alltag einer spätmittelalterlichen Stadt, von denen Kay Peter Jankrift erzählt. Im Spiegel der alten Handschriften werden die Menschen wieder lebendig, die den Gestank der Gossen und die Wohlgerüche von Bienenwachskerzen kannten, den Lärm bunten Markttreibens und die Stille bei der Bestattung von Pesttoten, die Grauen des Krieges und die Freuden ausgelassener Feste.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008

Ausgesprochen gern hat Dirk Schümer diesen Band gelesen, daran besteht angesichts seiner Rezension gar kein Zweifel. Souverän findet er den Zugang des Mediävisten Kay Peter Jankrift, der sich auch Verallgemeinerungen zutraut, die das Vergangene mit dem Gegenwärtigen in ein nie vereinfachendes Verhältnis setzen. Konzentriert ist das Buch auf die Stadt Augsburg, aus der außergewöhnlich zahlreiche Dokumente überliefert sind. Man erfährt vieles - und fast stets sehr Interessantes, so Schümer - über durchaus unterschiedliche Umgangsweisen mit Homosexuellen, über Geschäfte des Henkens und Hörnens und über vergessene Riten und Praktiken aller Art. Gewiss, es gebe hier und da "Unachtsamkeiten", die aber werden allemal wettgemacht, schwärmt der Rezensent, dadurch dass Jankrift "sehr lesbar, streckenweise flott" zu erzählen verstehe.
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