Klappentext

Aus dem Französischen von Jochen Grube. Wer einen Zugang zum Leben und zur Spiritualität einer der beeindruckendsten Gestalten des Mittelalters sucht, dem populärsten Heiligen des Mittelalters und des Franziskanerordens Franz von Assisi (1181/82 - 1226), findet ihn in diesem Buch des Mittelalterhistorikers Jacques le Goff. "Halb Mönch, halb Weltkind, verschrieb er sich in den aufstrebenden Städten, auf den Straßen, in der Zurückgezogenheit der Einsiedelei und mitten in der Hochblüte der höfischen Kultur einem neuen Lebensstil der Armut, Erniedrigung und Predigt am Rand der offiziellen Kirche, ohne dabei in Häresie zu verfallen, und sein Aufbegehren hatte nichts mit Unglauben zu tun. Er trug entscheidend zum Aufschwung der neuen Bettelorden bei und verbreitete in einer christlichen Gesellschaft ein neues Evangelium, das die christliche Spiritualität um eine neue Verbundenheit mit allem Lebendigen bereicherte, weshalb er auch als Begründer eines neuen Naturgefühls im Mittelalter gilt, das sich in der Religion, in der Literatur und in der Malerei niederschlug. ... "Aber auch der Mensch Franz von Assisi, so wie er in seinen Schriften, in den Berichten seiner Biographen und in Bildern wiederauflebt, hat mich in seinen Bann gezogen. In ihm vereinigen sich Schlichtheit mit hohem Ansehen, Demut mit Autorität und ein ganz unauffälliges Äußeres mit einer ungewöhnlichen Ausstrahlung ..." (Jacques le Goff)

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.02.2007

Hans-Herbert Räkel ist angesichts dieses Bandes über den heiligen Franz von Assisi vom französischen Historiker Jacques Le Goff peinlich berührt und kann ihm außer dem schön aufgemachten Einband und einiger netter Illustrationen rein gar nichts abgewinnen. Mit dieser Publikation, die aus vier zwischen 1967 und 1981 erschienenen Texten besteht, hat man dem renommierten Autor keinen guten Dienst erwiesen, klagt der Rezensent an. Davon abgesehen, dass die Texte schon leicht angestaubt sind und somit eher Interesse für den Autor als für seinen Gegenstand wecken dürften, ist Räkel angesichts der sachlichen Fehler, die in der deutschen Ausgabe enthalten sind, geradezu fassungslos.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2006

Ausgesprochen ungehalten ist Rezensent Arne Karsten über dieses Franz-von-Assisi-Buch des berühmten Geschichtswissenschaftlers, da er es weder neu noch inhaltlich besonders überzeugend findet. Besonders die deutsche Ausgabe verfehlt aus seiner Sicht sämtliche gültigen Qualitätsnormen. Es handelt sich Karsten zufolge nämlich um vier vereinte Aufsätze über "Leben, Wirkung und Nachwirkung" des franziskanischen Reformers, der älteste von ihnen sei bereits vierzig Jahre alt. So entsteht für den Rezensenten die Lage, dass hier im Grunde nur überholte Forschungsstände recycelt werden. Strafverschärfend kommt die für ihn die völlig indiskutable deutsche Übersetzung hinzu, die er in Grund und Boden verdammt. Nicht nur, dass grammatische Strukturen des Französischen oder Italienischen durchschimmerten, wodurch der Text ausgesprochen hölzern auf den Rezensenten wirkt. Oft hat sich der Übersetzer seinem Eindruck zufolge so sehr verheddert, dass seine "Satzungetüme" schlicht unverständlich gerieten. Das lässt für den Rezensenten am Ende nur den Schluss zu, dass das Buch nicht lektoriert worden ist, und er mahnt die ganze Branche, dringend ihre Sparpolitik zu überdenken. Mit Machwerken wie diesem sei niemandem gedient, am wenigsten dem Verlag.