Katharina Hagena

Das Geräusch des Lichts

Roman
Cover: Das Geräusch des Lichts
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016
ISBN 9783462049329
Gebunden, 272 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Fünf Menschen im Wartezimmer. Wer könnten sie sein? Eine der Wartenden beobachtet die anderen und erfindet ihre Lebensgeschichten. Da ist die Botanikerin Daphne Holt, so widerstandsfähig und zart wie das Moos, das sie erforscht. Auf den Spuren einer verschollenen Freundin stößt sie in der kanadischen Wildnis auf ein Geheimnis. Da ist der Musiker in seinem dottergelben Hausboot, der den letzten Willen seiner Frau erfüllt und auf dem zugefrorenen See das Nordlicht erwartet. Der zwölfjährige Richard sucht in jeder Öffnung, jedem Schacht, hinter jedem Gitter einen möglichen Weg zum Planeten Tschu. Auf dem befinden sich nämlich seine Mutter und seine Schwester, weil sie nach ihrem Verschwinden ja irgendwo sein müssen. Und da ist die verwirrte Dame, in deren Kopf sich die weiße Leere schon ganz ausgebreitet hat. Schließlich erfindet die Erzählerin ihre eigene Geschichte, einen Thriller über die Verbrechen einer skrupellosen Ölfirma, bei dem sie selbst in Lebensgefahr gerät.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.11.2016

Dass Moos das Lieblingsmotiv in Katharina Hagenas drittem Roman "Das Geräusch des Lichts" ist, sei nicht zu überlesen, bemerkt Rezensentin Franziska Wolffheim. Als moosartiges, verzweigt verdichtetes Geflecht scheint denn auch die Handlung mit ihren vielen Hauptsträngen und Nebenfäden, die die Autorin auf meist angenehme, teils allzu kunstvolle Art und Weise verwebt. Die Erzählung, oder besser, die Erzählungen beginnen im Wartezimmer eines Nervenarztes, erfahren wir, wo sich Hagenas Protagonistin nach dem Scheherazade-Prinzip zu jedem der Wartenden eine neue, meist düstere, mal traurige, mal berührende, manchmal auch witzige Geschichte ausdenkt. Dabei entsteht ein oft beeindruckend ausbalanciertes Wechselspiel zwischen Humor und bedrückender Trauer, ein fantasievolles Gebilde voller Symbole, geheimer Zeichen und Fährten, ein "ausgeklügeltes, selbstreferentielles System", das jedoch, wendet die Rezensentin ein, an manchen Stellen unter seiner Eigenlast zusammenzubrechen droht.
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